Was versteht man unter Kammerarrhythmien?
Als Kammerarrhythmien werden Herzrhythmusstörungen bezeichnet, die aus der Herzkammer entspringen. Sie werden von Herzrhythmusstörungen unterschieden, die aus den Vorhöfen entspringen. Die normale Erregung des Herzens folgt einem festgesetzten Weg, sodass es zu einer koordinierten Pumpfunktion der Herzmuskulatur kommt.
Der Taktgeber dieser kontrollierten Erregung ist der Sinusknoten, der am Dach des rechten Vorhofes lokalisiert ist. Es kann jedoch im Herzen zu einer Störung der elektrischen Ausbreitung kommen, welche zum Beispiel durch einen Herzinfarkt bedingt sein kann. Dann kann ein zweiter Impulsgeber im Herzen auftreten (arrhythmogener Fokus, s. Abb. 116), der zu Störungen der elektrischen Erregungsausbreitung, aber auch zu kreisenden Erregungen führen kann.
Sind Kammerarrhythmien gefährlich?
Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, ob eine Herzrhythmusstörung, die aus der Herzkammer entspringt, gefährlich ist oder nicht.
Vereinzelte Extraschläge aus der Herzkammer treten bei vielen Menschen auf, und stellen in der Regel keine Gefahr dar. Sie machen sich beim Patienten häufig als Herzstolpern bemerkbar. Kommt es zu einer Häufung ventrikulärer Extraschläge, kann daraus eine lebensgefährliche Rhythmusstörung resultieren (s. Abb. 117). Da sich diese Herzrhythmusstörung sowohl absolut harmlos als auch lebensgefährlich manifestieren kann, sollte unbedingt eine Abklärung beim Kardiologen erfolgen.
Dr. med. H. Wineke
Als Autor anmelden
|
Jetzt Kommentar schreiben
zum Amfrageformular Herzrhythmusstörung, medikamentöse Therapie