Wann wird die kathetergestützte Mitralklappensprengung (Mitralvalvuloplastie) angewandt?
Die Mitralklappeneinengung (Mitralstenose) stellt eine Behinderung des Blutflusses vom linken Vorhof in die linke Hauptkammer dar. Dadurch kommt es zu einem Rückstau von Blut in der Lunge. Besteht dieser Rückstau über längere Zeit, so entsteht eine deutliche Luftnot für den Patienten, die zunächst unter Belastungsbedingungen und später sogar in Ruhe auftreten kann.
Am häufigsten handelt es sich bei diesen Mitralklappenverengungen um narbige Schrumpfungsprozesse der Mitralklappe. Diese Schrumpfungsprozesse sind häufig auf Infektionen zurückzuführen, die bereits in der Kindheit abgelaufen sind (z.B. rheumatisches Fieber, Scharlach). Durch die verbesserte antibiotische Behandlung sehen wir solche schweren Infektionen bzw. das rheumatische Fieber in der Kindheit nicht mehr. Daher treten solche Mitralklappenveränderungen bei Patienten aus dem westlichen Kulturkreis kaum noch auf. Mitralklappenveränderungen treten jedoch häufig bei Patienten der 3. Welt und bei ausländischen Mitbürgern auf, deren medizinische Versorgung lange Jahre unzureichend war. Vielfach führen Infektionen an der Mitralklappe nicht nur zu einer Engstelle (Stenose), sondern auch zu einem Leck (Insuffizienz). Besteht ein solcher kombinierter Mitralfehler, dann kann eine Klappe nur noch durch den Chirurgen ersetzt werden. Auch eine reine Mitralinsuffizienz ist häufig nur chirurgisch zu korrigieren.
Bei der isolierten Mitralstenose bieten sich neben dem chirurgischen Klappenersatz auch die Möglichkeit einer kathetergestützten Mitralklappensprengung an (Valvuloplastie).
Dr. med. D. Baumgart
Dr. med. Eggebrecht
Prof. Dr. med. R. Erbel
Als Autor anmelden
|
Jetzt Kommentar schreiben
zum Amfrageformular Valvuloplastie von Herzklappen