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Mikrochirurgische Revaskularisation der Handarterien - Hintergrund

Mikrochirurgische Revaskularisation der Handarterien


Eine Vielzahl von gefäßbedingten Durchblutungsstörungen der Hand kann nicht medikamentös behandelt werden. Hierbei erweist sich eine mikrochirurgische Revaskularisation als wirksamste Therapie. Die mikrochirurgische Revaskularisation der Handarterien ist effektiv und erzielt erfahrungsgemäß gute Langzeitergebnisse.

Hintergrund der mikrochirurgischen Revaskularisation der Handarterien

Abb. 1: Wundheilungsstörung bei mangelnder Durchblutung der Finger
Abb. 1: Wundheilungsstörung bei mangelnder Durchblutung der Finger

Krankhafte Veränderungen der handversorgenden Schlagadern (Arterien) führen zu Durchblutungsstörungen. Diese können entweder durch Erkrankungen der Gefäße (ohne jegliche äußere Einflüsse) oder traumatisch bedingt (durch Gewalteinwirkung von außen) entstehen. Dabei können die Gefäße verstopfen, sich verengen oder stellenweise weiten (Aneurysma).

Die Symptome – darunter Weißfärbung, Blässe, Kälte- und Taubheitsgefühl der Finger, belastungsabhängige Schmerzen sowie Wundheilungsstörungen (Abb. 1) – sind meistens schwerwiegend und beeinträchtigen die Lebensqualität.



Es gibt eine Vielzahl von Gefäßerkrankungen der Hand, die jedoch unterschiedlich behandelt werden müssen. Je nach Art und Schweregrad der Erkrankung erfolgt die Therapie entweder konservativ, dies bedeutet medikamentös, oder operativ. Seit Kurzem wird bei geeigneten Krankheitsfällen auch eine Ballon-Erweiterung (Ballon-Angioplastie) durchgeführt.
Abb. 2: Anatomie der Handschlagader. Ellenarterie (EA), Speichenarterie (SA), Oberflächlicher Hohlhandbogen (OHB), Gemeinsame Digital-Arterie (GDA), Digital-Arterie (DA), Tiefer Hohlhandbogen (THB)
Abb. 2: Anatomie der Handschlagader. Ellenarterie (EA), Speichenarterie (SA), Oberflächlicher Hohlhandbogen (OHB), Gemeinsame Digital-Arterie (GDA), Digital-Arterie (DA), Tiefer Hohlhandbogen (THB)

Eine der operativen Methoden, die Durchblutung der betroffenen Arterien wiederherzustellen, ist die mikrochirurgische Revaskularisation. Da die Gefäße in der Hand in der Regel nur einen Durchmesser von 1- 2,5 Millimetern haben und erforderliche Nähte dünner sind als ein einzelnes Haar, verwendet der Operateur eine Lupenbrille. Detaillierte Kenntnisse der komplexen Gefäßmuster (Abb. 2) und ihrer möglichen Variationen (Abb. 3) sind bei der mikrochirurgischen Revaskularisation zwingend.
Abb. 3a: Oberflächlicher Hohlhandbogen (OHB) komplett (90 %)
Abb. 3a: Oberflächlicher Hohlhandbogen (OHB) komplett (90 %)
Abb. 3b: Beispiel einer anatomischen Variation der Handarterien. Oberflächlicher Hohlhandbogen (OHB) inkomplett (10 %)
Abb. 3b: Beispiel einer anatomischen Variation der Handarterien. Oberflächlicher Hohlhandbogen (OHB) inkomplett (10 %)
























Für die Blutversorgung der Hand sind die Ellen- (Arteria ulnaris) und die Speichenarterie (A. radialis), beides Äste aus der Oberarmarterie, zuständig. Die Ellenarterie geht dabei in der Handfläche in den oberflächlichen Hohlhandbogen (OHB) über. Aus ihm zweigen wiederum die gemeinsamen Digital-Arterien (GDA) ab. Die Blutversorgung der Finger erfolgt anhand der Digital-Arterien (DA), die aus den GDA entspringen. Die Speichenarterie bildet den versteckt liegenden tiefen Hohlhandbogen (THB), der in der Regel je eine Hälfte des Daumens und Zeigefingers mit Blut versorgt. Tastet man übrigens am Handgelenk den Puls, so fühlt man in der Regel die Speichenarterie.
letzte Aktualisierung: 27.05.2012

Artikelinformationen zu Mikrochirurgische Revaskularisation der Handarterien
Autor
Portrait Damirchi

Dr. med. Shoaeddin Damirchi

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