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Intensivmedizinische Betreuung herzchirurgischer Patienten - Hintergrund

Intensivmedizinische Betreuung herzchirurgischer Patienten

Nach jeder Herzoperation ist es notwendig, dass der Patient für eine gewisse Zeit – meist nur für eine Nacht – auf einer Intensivstation beobachtet, im gegebenen Fall behandelt wird.

Eine Herzoperation ist einer der größten chirurgischen Eingriffe am Menschen. Als Beispiel sei nur der künstliche Ersatz der Atmung durch eine Beatmungsmaschine, der Ersatz der Pumpfunktion des Herzens durch die Herz-Lungen-Maschine mit der notwendigen Hemmung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes und die Unterdrückung des Bewusstseins durch eine Allgemeinnarkose erwähnt. Herzchirurgische Eingriffe werden seit mehr als 40 Jahren durchgeführt. Die moderne Medizin ist mittlerweile so weit entwickelt, dass solch eine komplexe Behandlungsmethode mit einem geringen Risiko durchführbar ist.

Da alle wichtigen Lebensfunktionen nach einer Herzoperation stark beeinflusst sind, braucht der Körper eine bestimmte Zeit, um seine ursprüngliche Stabilität wieder zu finden. Der hierfür notwendigen Zeitraum ist abhängig von mehreren Faktoren. Zum Beispiel vom Allgemeinzustand des Patienten, dem Schweregrad der Erkrankung und Nebenerkrankungen, der Dauer und Komplexität der Operation. Nach einer normalen Bypassoperation beträgt dieser Zeitraum ungefähr 4 – 8 Stunden. Während dieser vulnerablen Periode werden viele Faktoren inklusive der Vitalparameter des Patienten sehr eng überwacht, um kleinste Abweichungen von der Norm zu erkennen und zu therapieren. Nur so können optimale Bedingungen für die größtmögliche Sicherheit und möglichst schnelle Erholung gewährleistet werden.

Eine so engmaschige Überwachung ist nur auf einer Intensivstation möglich. Hier findet man alle erforderlichen Voraussetzungen wie Pflege- und ärztliches Personal rund um die Uhr, sowie Monitorsysteme für eine kontinuierliche Überwachung. Zur Verfügung stehen modernste Geräte für die Unterstützung von mehreren Lebensfunktionen, z.B. Beatmungsmaschinen, Geräte für Nierenersatzverfahren oder Geräte für die mechanische Unterstützung des Kreislaufs (Herzunterstützungssysteme).

3.20.1-2.jpgNach einer Herzoperation kommt der Patient meistens in tiefer Allgemeinnarkose und beatmet auf die herzchirurgische Intensivstation. Hier wird er vom Arzt und dem Pflegeteam übernommen, körperlich gründlich untersucht, ein EKG geschrieben, an die Beatmungsmaschine und den Patientenmonitor angeschlossen (Abb. 160). Zudem wird eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs angefertigt, um eventuellen Komplikationen nach der Operation sofort entgegenwirken zu können.

Während der ersten Stunden erhält der Patient unter anderem Schmerz- und z.T. Schlafmittel. Nach sicherer Stabilisierung der Lebensfunktionen und Ausschluss möglicher Komplikationen wird die Narkose beendet und die Aufwachphase eingeleitet. Unter nachlassender Wirkung der Schlafmittel wacht der Patient in der Regel innerhalb von 2 - 3 Stunden auf. Wenn der Patient aufwacht, kann er nicht direkt sprechen, da der Beatmungsschlauch noch im Mund ist, welcher zwischen den Stimmbänden liegt. Dies ist eine ein wenig unangenehme, aber nicht schmerzhafte Periode, woran man sich später Dank der leichten Nachwirkung der Narkose nicht mehr erinnert. Bei zufriedenstellender Wachheit ist sichergestellt, dass nach Entfernung des Beatmungsschlauchs der Patient selbst ausreichend atmen und abhusten kann.

3.20.1.jpgZwei Stunden nach Beendigung der künstlichen Beatmung darf der Patient trinken. Am Morgen nach der Operation werden weitere Kontrolluntersuchungen durchgeführt: wiederholte körperliche Untersuchung, EKG, Röntgenaufnahme und Blutabnahme für Laboruntersuchung. Bei normalem Verlauf kann der Patient schon auf der Bettkante sitzen und wird im Laufe des Tages auf die Normalstation verlegt, wo die einliegenden Drainagen und Katheter entfernt werden und der Patient weiter mobilisiert wird. Bei einigen Patienten mit schwerster Herzerkrankung, ausgeprägten Nebenerkrankungen, fortgeschrittenem Alter oder eingeschränktem Allgemeinzustand reicht die Überwachung und Unterstützung eines einzigen Tages für die Erholung nicht aus, hier müssen mehr intensivmedizinische Maßnahmen unternommen werden, sodass der Patient länger auf der Intensivstation verweilt.

letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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Dr. med. Szabo

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