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Herzschrittmacher-Chirurgie - Hintergrund

Was ist ein Schrittmacher?

Der Schrittmacher wird dazu verwendet, um das Herz in einen regelmäßigen Schlag zu bringen. Er besteht aus einem Generator und den Sonden, die im Herzen verankert werden. Der Generator wird in einem kleinen chirurgischen Eingriff unter die Haut implantiert.

Da die Schrittmachergröße in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, ist er von außen kaum wahrzunehmen. Zur Zeit entspricht die Größe eines Schrittmachers einer normalgroßen Armbanduhr.

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Wer braucht einen Schrittmacher?

Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen ist der Einsatz von Schrittmacher-Geräten notwendig. Dabei handelt es sich meistens um Störungen, die eine zu niedrige Herzfrequenz hervorrufen (z.B. totaler AV-Block, AVBlock II.° mit Symptomen, symptomatische Sinusbradykardie). Durch diese Herzrhythmusstörungen wird eine ausreichende Blutversorgung des Körpers nicht mehr gewährleistet.

Wie lange hält ein Schrittmacher?

Der Schrittmacher wird durch eine Lithium- Batterie versorgt. Sie hält ungefähr 6 bis 10 Jahre, abhängig davon, wie oft der Schrittmacher in Anspruch genommen wird. Nachdem die Batterie verbraucht ist, muss der Schrittmacher ausgewechselt werden. Dies erfordert einen chirurgischen Eingriff, meistens in Lokalanästhesie.

Worauf muss ein Schrittmacher-Träger achten?

Die Lebensqualität von Patienten nach einer Schrittmacherimplantation verbessert sich erheblich. Der Patient kann arbeiten, verreisen und nach Rücksprache mit dem Arzt sogar sportlich aktiv sein. Jedoch sollte der Träger eines Schrittmachers immer seinen Schrittmacher- Ausweis bei sich tragen.

Der Schrittmacher ist zwar vor dem Einfluss elektronischer Geräte, wie Mikrowelle, Computer u.v.a. weitestgehend abgeschirmt. Jedoch ist das Arbeiten, wie zum Beispiel mit Maschinen, die starke Vibrationen erzeugen, Geräten mit starken elektrischen Feldern, Hochspannungsleitungen etc. zumindestens erst nach Rücksprache mit dem Arzt auszuführen. Auch gegenüber Mobiltelefonen ist der Schrittmacher weitgehend abgeschirmt (siehe Beitrag „Mobiltelefone, Herzschrittmacher und ICDs“): Bestimmte medizinische Geräte, wie zum Beispiel der Magnet- Resonanz-Tomograph (MRT) oder Bestrahlungsgeräte können bei Schrittmacher- Trägern nicht eingesetzt werden.

Implantierbarer Kardioverter- Defibrillator (ICD)

Der Implantierbare Kardioverter-Defibrillator (kurz ICD) ist ein Gerät, welches zur Normalisierung einer gefährlichen und lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung eingesetzt wird. Hierbei handelt es sich meistens um Kammerflimmern (Flimmerwellen ohne effektive Herzaktion, funktioneller Herzstillstand) oder ventrikuläre Tachykardien (überschneller Herzschlag mit ca. 200 Schlägen pro Minute).

churugie-schrittmacher4.jpg

Der ICD besteht ähnlich wie der Schrittmacher aus einem Aggregat und einer bzw. zwei Sonden und wird auch in ähnlicher Weise eingesetzt. Das Aggregat wird unter dem rechten oder linken Brustmuskel implantiert. Die Sonden werden durch die eine dort verlaufende Vene in das Herz vorgeschoben und dort befestigt. Dieser Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und dauert ca. 30 Minuten. Der ICD steht über die Sonden in ständigem Kontakt mit dem Herzen. Er registriert die regelmäßigen Herzaktionen. Im Falle eines gefährlichen und lebensbedrohlichen Herzflimmerns lädt sich der ICD innerhalb kurzer Zeit auf und gibt über die Sonden einen Elektroschock ab. Dadurch wird das Herzflimmern beendet.

Der ICD erkennt auch, ob das Herz zu langsam schlägt und funktioniert in diesem Fall wie ein normaler Schrittmacher.

Jeder neuere ICD ist von außen programmierbar und kann bei jeder Kontrolluntersuchung überprüft und nach Informationen abgefragt werden. Bei Batterieerschöpfung wird unter Vollnarkose das Aggregat ausgetauscht.

Patienten mit einem ICD werden angehalten, auf das Autofahren zu verzichten. Denn im Falle eines Herzflimmerns und Einsetzen des ICD’s, welches mit einem kurzen schmerzhaften Augenblick verbunden ist, kann die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt werden. In einigen Fällen stellt die weitere Ausübung von bestimmten Berufen, wie zum Beispiel bei Piloten, ein Problem dar.

letzte Aktualisierung: 04.02.2010
Autor - Dr. med. Cetin 
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