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Herzrhythmustherapie - Hintergrund

Herzrhythmustherapie

Herzrhythmusstörungen lassen sich einteilen in Störungen der Reizbildung und Störungen der Erregungsleitung. Ursachen ektoper Reizbildung können gesteigerte Automatie, abnorme Automatie und getriggerte Aktivität sein.

3.11-3.jpgErregungsleitungsstörungen können in linearen geschlossenen Leitungsbahnen oder auch im räumlichen Gesamtzellverband zu Arrhythmien führen (Abb. 105).

Das Spektrum therapeutischer Möglichkeiten bei kardialen Rhythmusstörungen reicht von physikalischen Maßnahmen über die medikamentöse Behandlung bis hin zu elektrotherapeutischen und chirurgischen Eingriffen am Myokard und Erregungsleitungssystem.Die erfolgreiche Anwendung dieser Maßnahmen beruht nicht zuletzt auf dem zunehmenden Verständnis der pathogenetischen Mechanismen aus experimentell gewonnenen Kenntnissen der elektrophysiologischen Eigenschaften des pathologisch veränderten Myokards und Erregungsleitungssystems.

Vielfältige Ursachen können kardialen Arrhythmien zugrunde liegen (Tab. 106): häufig sind sie entzündlich (z.B. Myokarditis) oder mechanisch bedingt (z.B. Mitralstenose); sie können ischämische (z.B. Myokardinfarkt) oder metabolische Ursachen (z.B. Schilddrüsendysfunktion) haben oder auch toxisch indu-ziert sein (z.B. Glykosidintoxination); ferner kommen elektrische Ursachen in Frage (z.B. Schrittmacherfehlfunktion), besonders sei auf Elektrolytstörungen (z.B. Hypo- und Hyperkaliämie) hingewiesen.

Neuerdings werden auch psychogene Ursachen (Depressionen) im Zusammenhang mit dem Auftreten ventrikulärer Arrhythmien diskutiert.

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Ursache von Herzrhythmusstörungen

Organische Veränderungen wie Herzklappenfehler, KHK, Herzmuskelentzündungen oder degenerative Erkrankungen des Herzens können Herzrhythmusstörungen verursachen, daneben gibt es extrakardiale Ursachen wie Störungen der Schilddrüsenfunktion, Elektrolytstörungen, Verletzungen oder eine Perikarditis. Bei der häufigsten Rhythmusstörung des Erwachsenen, dem Vorhofflimmern, spielen die arterielle Hypertonie und die KHK eine Rolle. Zu gefährlichen Rhythmusstörungen kann ein Myokardinfarkt führen. Harmlose Arrhythmien wie emotional bedingte Störungen der Herzschlagfolge bedürfen keiner spezifischen Behandlung.

Zu den behandlungsbedürftigen Bradykardien gehören: 

  • Bradyarrhythmia absoluta 
  • höhergradige, sinuatriale und atrioventrikuläre Blockierungen 
  • Karotis-Sinus-Syndrom 
  • ggf. das Sinusknotensyndrom im Sinne eines Bradykardie-Tachykardie-Syndroms.

Die therapiepflichtigen Tachyarrhythmien umfassen: 

  • supraventrikuläre Tachykardien 
  • tachysystolisches Vorhofflimmern und Vorhofflattern 
  • ventrikuläre Extrasystolen (z.B. bei akutem Infarkt „Warnarrhythmien“) 
  • Kammertachykardien 
  • (lebensbedrohliches) Kammerflattern und Kammerflimmern. Die Diagnostik der Herzrhythmusstörungen ist aus der Tabelle 107 zu ersehen.
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Fazit

Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens von Herzrhythmusstörungen betroffen. Diese können harmlos oder gefährlich sein. Oft sind sie nur subjektiv unangenehm („Stolperherz“) und nicht behandlungsbedürftig. Sie können aber auch zu gefährlichen Zwischenfällen und Folgeerscheinungen führen.

 

Informationen speziell zur chirurgischen Behandlung von Herzrhythmusstörungen erhalten Sie hier.

letzte Aktualisierung: 27.05.2012

Artikelinformationen zu Herzrhythmustherapie
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Autor

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Berndt Lüderlitz

Autor

PD Dr. med. Thorsten Lewalter

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