Herzinfarktbehandlung
Hintergrund In Deutschland erleiden jährlich rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt; daran sterben insgesamt 73.000. Etwa die Hälfte erreicht das Krankenhaus nicht, 10 bis 15 Prozent sterben im Krankenhaus und 5 Prozent im ersten Jahr nach Entlassung.
Wie funktioniert das Herz?
Das menschliche Herz ist von Blutgefäßen, den sogenannten Herzkranzgefäßen (Koronararterien), umgeben. Diese versorgen das Herz mit Blut und Sauerstoff. Das Herz oder besser gesagt der unermüdlich arbeitende Herzmuskel braucht je nach körperlicher Aktivität 5 - 20 % der vom gesamten Organismus benötigten Sauerstoffmenge. Um sich ca. 70 mal pro Minute zusammenzuziehen, muss der Herzmuskel pro Minute mit einem Liter Blut durch die Herzkranzarterien versorgt werden.
Wie entsteht ein Herzinfarkt?
Wie Kalkablagerungen in den Rohren einer Waschmaschine kann sich im Laufe von Jahren und Jahrzehnten eine Aderverkalkung (Arteriosklerose) in den Koronararterien bilden. Kommt es durch Arteriosklerose zu einer Enge innerhalb eines Gefäßes, fließt vermindert Blut in das nachgeschaltete Versorgungsgebiet des Herzmuskels.
Wie macht sich ein Herzinfarkt bemerkbar?
Der Betroffene kann durch die Unterversorgung bei körperlicher Belastung beklemmende, krampfartige, bohrende Schmerzen in der Brust verspüren. Häufig werden die nach Sekunden oder Minuten abklingenden Symptome als vorübergehendes „Wehwehchen“ abgetan. Stellen sich diese typischen Beschwerden auch im Ruhezustand ein, dann deutet alles auf eine Angina Pectoris (lat.: Enge der Brust) hin. Es besteht Lebensgefahr!
Bei vollständigem Verschluss eines wichtigen Herzkranzgefäßes – meist durch ein zusätzliches kleines Blutgerinnsel (Thrombus) – kommt es zum Infarkt. Wenn es nun nicht gelingt, innerhalb von wenigen Stunden das verschlossene Gefäß wieder zu eröffnen, stirbt der Herzmuskel ab.
Wie verhalte ich mich bei einem Herzinfarkt?
Je früher ein Herzinfarkt behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb muss bei einem Verdacht auf Herzinfarkt sofort der Arzt verständigt werden. Dieser verfolgt drei Ziele: Verbesserung der Symptomatik und der Sauerstoffversorgung, Öffnung des Infarktgefäßes, Verbesserung der Prognose (Steigerung der Überlebenschancen).
Claudia Preuß
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