Wie funktioniert die Stentimplantation?
Der Ablauf der Stentimplantation ist zunächst sehr ähnlich dem Ablauf der Herzkatheteruntersuchung und der PTCA. Nach Punktion der Leistenarterie wird ein Katheter entgegen dem Blutstrom zum Herzen geführt und in die Öffnung der Herzkranzarterie einlegt. Durch das Innere dieses Katheters werden dann kleinere Katheter in die Herzkranzarterie vorgeschoben, um die Engstelle aufzudehnen. Daher wird dieser Katheter auch als Führungskatheter bezeichnet. Zunächst muss die Engstelle unter Röntgenkontrolle wiederum mittels eines sehr dünnen, biegsamen Drahtes passiert werden.
Der Stent besteht zumeist aus rostfreiem Stahl und ist zunächst zusammengefaltet. Im zusammengefalteten Zustand wird er auf einen Ballonkatheter aufgeschoben und befestigt. In der Regel ist der Stent heutzutage auf dem Ballon bereits schon bei der Herstellung vormontiert. Der Ballon dient als Träger für den Stent, durch den der Stent später in der Engstelle positioniert und entfaltet wird. Während der Ballon nach ca. 10 – 30 Sekunden abgelassen und zurückgezogen wird, verbleibt der Stent vollständig entfaltet in der Herzkranzarterie und hält das Gefäß offen (vgl. Abb. 68 und 69).
Der Stent stellt einen Fremdkörper dar. Bis zu seinem Einheilen muss täglich ein zusätzliches Medikament eingenommen werden, das die Bildung von Blutgerinnseln auf seiner Oberfläche verhindert (z.B. Plavix‚, Iscover‚ oder Tiklyd‚). In der Regel ist ein Stent nach 30 Tagen soweit eingeheilt, dass das Medikament abgesetzt werden kann. Bestimmte Stentarten, die mit einer Kunststoff-Membran bezogen sind, heilen allerdings nur langsam ein, sodass eine Einnahme über 6 - 12 Monate erforderlich sein kann.
Nach der Stentimplantation wird die Schleuse in der Leiste entweder sofort oder am nächsten Tag entfernt und die Punktionsstelle verschlossen; dies ist abhängig vom jeweiligen Zentrum. Danach erfolgt eine Überwachung auf der (Intensiv-) Station mittels EKG und Blutkontrollen. Bei erneutem Auftreten von thorakalen Beschwerden sollten Sie sofort den Arzt informieren. Eine Entlassung ist in der Regel bereits am nächsten Tag möglich, sofern sich keine Komplikationen eingestellt haben.
In der Regel wird nach der Stentimplantation eine Kontrolle mittels Herzkatheter nach 6 Monaten empfohlen, da Wiedereinengungen durch überschießende „Narbenbildung“ innerhalb des Stents ähnlich wie bei der PTCA in 10 - 30 % auftreten können. Bei Auftreten neuer Herzbeschwerden innerhalb dieser 6 Monate ist ggf. eine vorzeitige Kontrolle erforderlich. Ist eine Wiedereinengung vorhanden, muss eventuell mittels erneuter Ballonaufdehnung nachgearbeitet werden. Bei einem guten Aufdehnungsergebnis ist die Behandlung abgeschlossen. Die tägliche Einnahme von ASS (Aspirin®) sollte lebenslang weitergeführt werden. Eine weitere Herzkatheteruntersuchung ist nur bei erneutem Auftreten von Herzbeschwerden erforderlich.
| Autor -
Dr. med. Eggebrecht |
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| Autor -
Prof. Dr. med. R. Erbel |
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