Wie wird die externe Kardioversion durchgeführt?
Bei der Kardioversion wird im Einklang mit dem Herzrhythmus ein Stromschlag an das Herz abgegeben. Er erfolgt in den meisten Fällen von extern, also von außen her. Dafür werden zwei besondere Elektroden auf die Brustwand aufgeklebt, die an einen so genannten Defibrillator angeschlossen sind. Außerdem werden noch weitere Elektroden für die kontinuierliche EKG-Überwachung angebracht.
Die Kardioversion wird in Kurznarkose durchgeführt. Dafür werden über eine „Braunüle“ schnell wirkende Narkosemittel gegeben. Wie vor jeder Narkose darf auch hier acht Stunden vorher nichts gegessen und getrunken werden. Außerdem sollten Zahnprothesen vor der Narkose herausgenommen werden.
Sobald die Narkose eingesetzt hat, erfolgt die Abgabe des Stromschlags. In der Regel ist eine einmalige Schockabgabe mit 200 Joule ausreichend, um das Vorhofflimmern zu beenden. Sollte dies nicht der Fall sein, kann eine höhere Energiestufe, z.B. 360 Joule, gewählt werden. Der Stromschlag selbst wird nicht gespürt. Allerdings können an der Stelle der Defibrillatorelektroden Hautrötungen wie bei einem Sonnenbrand entstehen, die sich aber nach kurzer Zeit wieder zurückbilden. Hautpflegemittel können dies unterstützen. Eine andere Komplikation einer Kardioversion kann entstehen, wenn das Herz nach dem Stromschlag erst nach einiger Zeit „wieder anspringt“. In diesem Falle liegt dann eine so genannte „Asystolie“ vor, in der für kurze Zeit kein Blut vom Herzen gepumpt werden kann. In einem solchen Fall wird das Herz kurzfristig von außen stimuliert, ähnlich wie mit einem Schrittmacher. Andererseits können auch durch die Schockabgabe Rhythmusstörungen entstehen, wie z.B. eine Kammertachykardie.
Solche Rhythmusstörungen können aber in der Regel durch eine erneute Schockabgabe gut wieder beendet werden. In seltenen Fällen müssen zusätzlich Medikamente gegeben werden. Die Narkose und Untersuchung dauern ca. zwanzig Minuten. Anschließend muss wegen der Narkosemittel, die sich noch im Körper befinden, für einige Stunden Bettruhe eingehalten und es darf nichts gegessen und getrunken werden.
Welche Heilungsaussichten bestehen nach der externen Kardioversion?
Der Erfolg der Kardioversion hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Dauer des Vorhofflimmerns, der Grundkrankheit und dem Alter. Die Erfolgsrate liegt bei 70 - 80 %, ein gleichbleibender Sinusrhythmus über 12 Monate findet sich bei ca. 50 % der Patienten. Um eine erneutes Auftreten von Vorhofflimmern zu vermeiden, kann die Einnahme zusätzlicher Medikamente notwendig werden. Risikofaktoren für Vorhofflimmern wie z.B. Bluthochdruck müssen ebenfalls vermindert werden.
Ist die externe Kardioversion erfolglos, kann auch eine interne Kardioversion durchgeführt werden. Manchmal kann das Vorhofflimmern auch damit nicht beendet werden. In diesem Fall ist eine lebenslange Blutverdünnung mit Medikamenten, z.B. Marcumar ® notwendig.
K. Sattler
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Herzrhythmusstörung, medikamentöse Therapie