Psychische Erkrankungen korrespondieren nicht nur mit einer gravierenden Beeinträchtigung der Lebensqualität der Betroffenen, sondern stellen häufig auch für die Angehörigen eine unerträgliche Belastung dar.
Erschwerend kommt hinzu, dass psychisch Erkrankte nach wie vor in weiten Bevölkerungskreisen diskriminiert werden und die Psychiatrie selbst auch nicht den besten Ruf genießt. Immer noch assoziiert rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung Psychiatrie mit Gummizelle. Hier tut Information dringend Not, aber trotz des immensen Bedarfs gibt es leider wenig oder besser keine übersichtlichen Informationen über das Leistungsspektrum der deutschen psychiatrischen Kliniken. Es stellt sich wirklich die Frage, wo Patienten und auch zuweisende Ärzte den Spezialisten finden, der über die notwendige diagnostische und therapeutische Kompetenz verfügt, solchen Patienten wirksam zu helfen. Zudem helfen ausführliche Informationen dem Patienten, zu seinem Therapeuten ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Nur aus diesem Vertrauen kann die Bereitschaft erwachsen, positiv an der Durchführung der Therapie mitzuarbeiten. Die Bereitschaft der Kranken, mit ihren Therapeutinnen und Therapeuten zusammenzuarbeiten, ist eine Grundvoraussetzung für einen langfristig positiven Verlauf. Dies gilt nicht nur für die Psychotherapie, sondern auch für die Medikamentenbehandlung, Soziotherapie und Rehabilitation.
Um so wichtiger ist es, zu erfahren, wo die Patienten mit ihren speziellen Problemen die notwendige psychiatrische Kompetenz finden. Der medführer Fachverlag hat bereits für mehrere medizinische Fachgebiete klinische Kommunikationsplattformen als Informationsquelle für Patienten und zuweisende Ärzte zusammengestellt.
Der medführer "Psychische und psychosomatische Erkrankungen" war überfällig. In ihm werden Schwerpunkte und Serviceumfang der verschiedenen Einrichtungen aufgeführt, um deren Fachkompetenz und Leistungsspektrum zu dokumentieren. Insbesondere wird darauf geachtet, möglichst objektive Vergleichskriterien zu formulieren, um den Betroffenen die Wahl zu erleichtern.
Prof. Dr. med. Dr. phil. U. Koch, Hamburg
Prof. Dr. med. M. Berger, Freiburg
Dr. med. Saß, Aachen
Prof. Dr. Schmauß, Augsburg