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Die Frauenheilkunde ist eines der großen Fächer in der Medizin. Sie begleitet die Frau durch ihr ganzes Leben. Das Fach hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm weiterentwickelt, nicht zuletzt auch auf Grund der sozialpolitischen und demografischen Entwicklung in unserer westlichen Welt.
Seit 2003 hat die Gruppe der 30-34-Jährigen, 25-29-Jährige als geburtenstärkste Altersgruppe, vor allem karrierebedingt, abgelöst. Frauenärztinnen und -ärzte sind nicht zuletzt auch wegen der Reproduktionsmedizin durch Entwicklung neuer erfolgreicher Techniken auch mit zunehmend älteren Frauen in der Schwangerschaft konfrontiert.
Durch die Einführung des Mutter-Kind-Passes, der komplexen Schwangerenvorsorge, der rasanten Weiterentwicklung der Pränatalmedizin und durch die Errungenschaften eines auf Sicherheit ausgerichteten, geburtshilflichen Managements ist die Säuglingssterblichkeit in den letzten 20 Jahren dramatisch zurückgegangen. In der gynäkologischen Onkologie wurden neue Bahn brechende Verbesserungen in der Behandlung der verschiedenen Krebsarten der Frau erreicht. Mehr und mehr geht hier die Entwicklung in neue, zielgerichtete und individualisierte Behandlungskonzepte, die zunehmend in Kompetenzzentren behandelt werden. Zertifizierte Brusttzentren, in denen die Frauenheilkunde eine tragende Rolle spielt, sind beispielhaft für qualitätsorientierte Frauenmedizin.
Die Lebenserwartung der Frau liegt in Deutschland heute bei 82 Jahren und für das Jahr 2050 wird ein Zuwachs der weiblichen Bevölkerung über 56 Jahren von über 20% erwartet. Andere Krankheitsbilder, die man auch dem Gebiet der geriatrischen Frauenheilkunde zuordnen könnte, allen voran die Inkontinenz, werden auf Grund ihrer Häufigkeit und der demografischen Entwicklung eine zunehmende Rolle in unserem Fach spielen. Der medführer „Frauenheilkunde & Geburtshilfe“ ist ein wichtiges Nachschlagewerk für Patientinnen, aber auch für Ärzte, die selbst qualifizierte Hilfe wünschen und ihren Patientinnen geeignete Kliniken empfehlen wollen.
Univ.-Prof. Dr. med. Heinz Kölbl Direktor der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde Johannes Gutenberg-Universität Mainz |
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