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Prof. Dr. med. Dr. h.c. M. Kaufmann |
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„Nicht der Tumor, sondern der Patient mit seiner Tumorerkrankung wird von uns behandelt“.
Diese Erkenntnis hat sich in den letzten Jahren endlich durchgesetzt. Der Patient entscheidet nach eingehender Beratung und Aufklärung, welche Therapie von ihm akzeptiert wird. Dabei spielen die Lebensqualität und ihre tumor- bzw. therapiebedingte Beeinträchtigung eine entscheidende Rolle.
Durch die intensive Forschung sind zahlreiche Fortschritte in der Tumorbehandlung und dem Wissen über die Tumorbiologie zu verzeichnen:
Hier sind insbesondere die Charakterisierung eines Tumors und dann daraus abgeleitete „zielgerichtete“ Therapien zu nennen. Diese neuen Substanzen haben sowohl (neo)adjuvante als auch palliative Therapien verbessert.
In den operativen Bereichen hat sich auf der einer Seite die Radikalität erhöht und andererseits gleichzeitig vermindert. Es wird bei den gynäkologischen Tumoren immer deutlicher welche Bedeutung die Operation mit Entfernung von Organen für die Prognose hat. Auf der anderen Seite können immer häufiger laparoskopische Operationstechniken eingesetzt werden.
Mit der HPV-Impfung ist es erstmalig gelungen die Entstehung von Krebsvorstufen und damit von Krebs (Zervix-Karzinom) durch eine Impfung zu verhindern. Dies unterstreicht die zentrale Rolle von Präventionsmaßnahmen.
Die Bildung von Zentren wie Organkrebszentren (C), Krebszentren (CC) und den sog. Comprehensive Cancer Centers (CCC) und deren Definition auf der Basis qualitätsbezogener Daten bilden die entscheidende gesundheitspolitische Entwicklung in Deutschland, welche uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Bisher wurden bereits 10 CCC’S von der Deutschen Krebshilfe nach einer Begutachtung benannt und finanziell unterstützt. Eine ausreichende Qualitätssicherung durch Erhebung entsprechender Daten ist trotzdem zwingend notwendig. Der Einführung eines bundesweiten einheitlichen Krebsregisters sollte dabei Priorität eingeräumt werden.
Die rasche Weiterentwicklung und Komplexität der medizinischen Behandlungs-möglichkeiten, aber auch die neuen strukturellen Vorraussetzungen, erfordern sowohl für die Ärzte und v.a. auch für Patienten umfassende Informationsmöglichkeiten.
Die 4. Auflage des medführer „Krebs“ wird diesen Anforderungen gerecht.
Bei einer Krebserkrankung gilt „Wer gut informiert ist, lebt länger“.
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Manfred Kaufmann Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, EUSOMA-Brustzentrum, Brust- und gynäkologisches Krebszentrum (DKG, DGS) |
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