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Prof. Dr. med. C. F. Thaler |
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Der Schwerpunkt „Endokrinologie und Reproduktionsmedizin“ zeigt als Dritte Säule der Frauenheilkunde eine Reihe inhaltlicher und struktureller Besonderheiten auf, welche diesen Bereich deutlich von Geburtshilfe, operativer Gynäkologie und Onkologie absetzten.
Kinderwunschzentren unterliegen in Deutschland der Kontrolle und Zulassung durch die jeweiligen Landesbehörden und die modernen Verfahren der assistierten Fortpflanzung werden derzeit deutschlandweit nur in insgesamt 121 Zentren - etwa 1/3 davon universitär - der Rest privat - angeboten.
Die modernen Verfahren der Reproduktionsmedizin und der klinischen Embryologie unterliegen einem ungewöhnlich hohen Inovationsdruck und die Qualität des einzelnen Zentrums ergibt sich neben persönlichen, organisatorischen, apparativen und baulichen Aspekten ganz wesentlich aus der Ausstattung und dem Personal des embryologischen Labors. Alle Kinderwunschzentren Deutschlands nehmen an einem umfassenden „bench marking“ im Rahmen des Deutschen IVF-Registers teil. Die Zusammenstellung dieser jährlich erhobenen Daten ist allgemein zugänglich - allerdings in anonymisierter Form, so dass die einzelnen Zentren für Außenstehende nicht zuordenbar sind. Zudem ist die Bewertung der Ergebnisqualität - etwa die „Schwangerschaftsrate“ ohne Kenntnis wichtiger Zusatzkriterien nicht immer einfach und mitunter sogar irreführend. Entsprechend hilft auch die Selbstdarstellung einzelner Zentren in Printmedien oder im Internet keineswegs immer weiter.
Anhand der im medführer genannten Informationen erhoffe ich mir ein Mehr an standardisierter Information und Transparenz. Seit Einführung des „Gesundheits-Modernisierungs-Gesetzes“ im Jahr 2004 werden gesetzlich versicherten Kinderwunsch-Paaren erhebliche finanzielle Eigenanteile bei Behandlungs- und Medikamentenkosten zugemutet, was den Kostenaspekt hier mitunter ganz besonders in den Vordergrund rückt. Gar nicht selten geht die Suche nach dem richtigen Kinderwunsch-Zentrum über die deutschen Grenzen hinaus und in einigen unserer Nachbarländern wird gezielt - und nicht immer seriös - um deutsche Patienten geworben.
Ich gehe davon aus, dass die Detailinformationen des medführer ratsuchende Kinderwunschpaare bei der Suche nach einem optimalen, wohnortnahen Kinderwunsch-Zentrum unterstützen wird. Während für viele Kinderwunsch-Zentren die Gynäkologische Endokrinologie mehr einen Nebenaspekt darstellt, gibt es eine kleinere Zahl regelrechter „Hormonzentren“, die überwiegend auf hohem Niveau und oft in internistisch-endokrinologischer und labormedizinischer Kooperation das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum der Endokrinologie vertreten. Während diese Expertise von größter Bedeutung ist, ist hier die Abgrenzung gegenüber Life-Style Medizinern und selbsternannten Anti-Aging Experten - zumindest für den Laien - keineswegs immer einfach. Besonders auch hier erhoffe ich mir von medführer wichtige Zusatzinformationen und Entscheidungshilfen, um Ratsuchenden die Auswahl des „richtigen“ Experten zu erleichtern.
Prof. Dr. med. Christian J. Thaler Leiter der Gynäkologischen Endokrinologie, Familienplanung und Reproduktionsmedizin Frauenklinik im Klinikum LMU München-Grosshadern |
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