
Die Behandlungsmöglichkeiten für Hauterkrankungen, die durch Hautparasiten hervorgerufen werden – seien es Milben, Läuse, Wanzen oder Zecken – sind heute gut und meist auch nicht mehr unangenehm.
Bei Krätze werden äußerliche Medikamente angewandt, die die Milben abtöten. Häufig verordnet der Arzt den Wirkstoff Lindan, den Erwachsene ein bis drei Tage lang von der Kinnspitze bis zu den Zehen nach genauer ärztlicher Anweisung auftragen müssen. Daneben kommen die Wirkstoffe Crotamiton, Permethrin, Benzylbenzoat oder Schwefelprodukte zum Einsatz. Weil diese weniger giftig sind, sind sie z.T. auch für Kinder und Schwangere geeignet. Während der Behandlung soll der Patient täglich seine Bett- und Leibwäsche wechseln. Die Wäsche muss gekocht oder mehrere Tage gelüftet werden. Auch Kontaktpersonen müssen untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Sind die Milben abgetötet, klingt der Juckreiz gewöhnlich innerhalb weniger Tage ab, er kann jedoch auch noch bis zu drei Wochen danach in geringerem Ausmaß anhalten.
Sind Säuglinge oder Kleinkinder an Krätze erkrankt, ist besondere Vorsicht geboten. Säuglinge werden eventuell sogar zur stationären Behandlung in die Klinik eingewiesen.
Steht die Diagnose Kopfläuse fest, sollten auch alle Kontaktpersonen untersucht werden. Die Behandlung selbst ist heute einfach; lange Haare brauchen nicht mehr abgeschnitten zu werden. Verschiedene Wirkstoffe sind zur Behandlung zugelassen (zum Beispiel Lindan, Allethrin, Permethrin oder Pyrethrum), dabei sollten die Anwendungshinweise genau beachtet werden. Zusätzlich kann man die Haare mit lauwarmem Essigwasser spülen, um die festhaftenden Eier von den Haaren abzulösen. Anschließend kämmt man das Haar mit einem besonders feinen Kamm (Läusekamm) durch. Nach einigen Tagen wiederholt man die Behandlung.
In Schwangerschaft und Stillzeit dürfen einige Präparate nicht angewandt werden. Bei der Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern gilt ebenfalls besondere Vorsicht!
Bei Kleiderläusen behandelt man die Hauterscheinungen wie bei der Krätze. Kleidungsstücke und Bettzeug werden gekocht oder mit Insektiziden entwest. Bleiben sie 10 Tage unbenutzt, sind die Läuse auch ohne weitere Maßnahmen abgestorben.
Zur Behandlung von Filzläusen empfehlen sich mehrtägige Einreibungen mit Jacutin nach ärztlicher Anweisung. Sowohl bei den Kleider-, als auch bei den Filzläusen sind Kontaktpersonen zu untersuchen und falls nötig zu behandeln.
Die juckenden Stichstellen werden einige Tage lang mit Antihistamin-Gel, Steroidcreme oder -lotion eingerieben. Bei Flöhen sollte die Kleidung mit Insektiziden behandelt werden. Die Vernichtung von Wanzen erfolgt mittel Insektizid-Behandlung der Räume.
Bleibt der Stich einer Zecke (Holzbock) unbehandelt, kann es zur Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis kommen.
Ist die Zecke noch an der Haut, sollten Sie diese vorsichtig mit einer Zeckenpinzette entfernen (lassen). Achten Sie dabei darauf, dass die Zecke nicht gequetscht wird, da sonst infektiöses Sekret vermehrt in die Haut gelangt. Die medikamentöse Behandlung hängt von der Art der Infektion und dem Erkrankungsstadium ab. In bestimmten Risikogebieten ist es ratsam, sich gegen FSME impfen zu lassen.
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Verwendete Quellen:
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