Sonnenbrand (Dermatitis solaris)
Bei Sonnenbrand liegt eine Entzündung der Haut vor. Wird die Haut einem Übermaß an UV-B-Licht ausgesetzt, entstehen innerhalb von einem Tag eine Rötung und ein Spannungsgefühl. Oftmals ist eine Berührung der vom Sonnenbrand betroffenen Stellen schmerzhaft. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Blasen- und Krustenbildung sowie einem Abschälen der Haut kommen. Großflächiger oder sehr starker Sonnenbrand kann sogar Schüttelfrost, Fieber, Kreislaufstörungen und einen Schock verursachen. Daneben gilt Sonnenbrand als Risikofaktor für die Entwicklung von Hautkrebs.
Wie kommt es zu Sonnenbrand?
Im Sonnenlicht sind UV-B-Strahlen enthalten, die bei übermäßigem Einwirken auf die
Haut Sonnenbrand verursachen können. Ein längeres Sonnenbad wird umso problematischer, je mehr die Ozonschicht ausdünnt. Denn je dünner sie ist, desto weniger schirmt sie die UV-Strahlung der Sonne ab.
Verschiedene Menschen bekommen jedoch unterschiedlich schnell einen Sonnenbrand. Ohne Sonnenschutz und bei hohem UV-Index ist ein Mensch mit sehr heller
Haut und rötlichen bis blonden Haaren (Hauttyp 1) bereits nach 10 Minuten gefährdet. Seine Eigenschutzzeit ist dann abgelaufen. Demgegenüber hat ein Mensch mit Hauttyp 4 (hellbraune bis braune
Haut, dunkelbraune oder schwarze
Haare) eine drei Mal so hohe Eigenschutzzeit (30 min.).
Besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlen ist Kinderhaut. Kinder unter einem Jahr sollten direkter Sonne überhaupt nicht ausgesetzt werden. Für Kinder sollten spezielle Produkte mit einem sehr hohen Lichtschutzfaktor (größer als 25) gewählt werden.
Sonnenbrände sollten unbedingt vermieden werden, denn sie hinterlassen Spuren in der
Haut. Die
Haut altert nicht nur schneller, sondern es erhöht sich auch das Risiko für
Hautkrebs. Vor allem Sonnenbrände in der Kindheit gelten als Risikofaktor für
Hautkrebs in späteren Jahren.
Wie kann man Sonnenbrand vermeiden?
- Beim Sonnenbad muss auf jeden Fall der Hauttyp bzw. die Eigenschutzzeit bedacht werden. So rechnen Sie aus, wie lange Sie mit einem Sonnenschutzmittel vor Sonnenbrand geschützt sind: Multiplizieren Sie Ihre Eigenschutzzeit mit dem Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels. Achtung: Sie können die maximale Aufenthaltsdauer nicht durch erneutes Auftragen des Sonnenschutzmittels verlängern, es bleibt bei der ausgerechneten Dauer für den Zeitraum von 24 Stunden.
- Bedecken Sie möglichst viel Haut mit Kleidung. Beachten Sie aber auch, dass Kleidung eine unterschiedlich starke Durchlässigkeit für UV-Strahlung besitzt. Insbesondere auch im Zusammenhang mit Kindern sollten Sie sich mit dem UPF, dem Lichtschutzfaktor für Textilien, beschäftigen.
- Auf die unbedeckten Körperstellen muss Sonnenschutzmittel mit einer geeigneten Lichtschutzkategorie aufgetragen werden.
- Tragen Sie das Sonnenschutzmittel vor der Sonnenbestrahlung auf.
- Wiederholen Sie das Auftragen von Zeit zu Zeit, insbesondere nach dem Baden und starkem Schwitzen – auch bei angeblich wasserfesten Produkten. Die maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne wird durch das mehrfache Auftragen allerdings nicht verlängert.
- Gewöhnen Sie die Haut langsam und sukzessive an längere Sonnenbestrahlung.
- Vermeiden Sie die intensive Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.
- Unterschätzen Sie die UV-Strahlen auch bei bewölktem Himmel und Nebel nicht – auch dann ist ein Sonnenbrand möglich.
- Bedenken Sie die noch größere Sonnenbrand-Gefahr im Bereich von Schnee, Wasser und Sand, da hier die UV-Strahlung reflektiert und damit verstärkt wird.
letzte Aktualisierung: 05.02.2012
Verwendete Quellen:
MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Medizinisches Wissen und ärztlicher Rat für die ganze Familie. 2., völlig neue und erweiterte Ausgabe (2005). Goldmann Verlag, München. S. 1214-1216.
Der Brockhaus Gesundheit. Krankheiten erkennen, verstehen und heilen. 6. Auflage (2004). F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig / Mannheim. S. 1129.
Sonnenklar: Sonnenschutz. Broschüre der Bayerischen Staatsregierung. Downloadbar unter URL: http://www.sonne-mit-verstand.de/ [Zugriff: 30.3.2011].
Seiten auf kindergesundheit-info.de, einem Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. URL: http://www.kindergesundheit-info.de/900.0.html [Zugriff: 30.3.2011].
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