
Bei der allergischen Nesselsucht (Urticaria) kommt es, beispielsweise nach Aufnahme eines unverträglichen Medikaments oder Nahrungsmittels, zur Freisetzung bestimmter Wirkstoffe aus sogenannten Mastzellen. Zuvor hat die allergieauslösende Substanz an zwei IgE-Antikörper gebunden, die an die Mastzellen gekoppelt sind. Die ausgeschütteten Wirkstoffe, vor allem Histamin, führen an der Haut zu Gefäßerweiterung (Hautrötung), Flüssigkeitsaustritt aus dem Gefäß ins Gewebe (Schwellung) und starkem Juckreiz. Es zeigen sich rote Quaddeln, deren Einzelherde wie Insektenstiche ohne Einstichstelle aussehen. Die Suche nach dem auslösenden Allergen ist mit einer kriminalistischen Fahndung vergleichbar, denn eine Vielzahl von Substanzen können eine Nesselsucht hervorrufen. Häufig bestehen bei den betroffenen Personen auch andere Allergien, z.B. Heuschnupfen.
Beim Quincke-Ödem kommt es durch Wassereinlagerungen in die Haut zu massiven Schwellungen, z. B. im Gesicht. Falls die Luftwege betroffen sind, besteht Erstickungsgefahr. Das Quincke-Ödem tritt häufig zusammen mit einer Urticaria auf.
Auslöser von Urticaria und Quincke-Ödem können sein: Nahrungsmittel, Insektenstiche oder Medikamente (z. B. Penicillin). Bei einigen Personen lassen sich Quaddeln auch durch Druck bzw. Reibung, Wärme, Anstrengung, Kälte oder Licht auslösen.
Das allergische Kontaktekzem entwickelt sich erst 24 bis 48 Stunden nach Kontakt aus und wird deshalb als Reaktion vom Spättyp bezeichnet. Anders als bei der Nesselsucht wird die Reaktion nicht durch IgE-Antikörper, sondern durch T-Lymphozyten vermittelt.
An den betroffenen Stellen zeigen sich Rötung, Bläschen, Knötchen, Nässen oder auch Schuppen. Meist besteht auch Juckreiz oder Brennen. Ein chronisch gewordenes Ekzem ist durch Verdickung der Haut mit Vergröberung des Hautreliefs und vermehrte Schuppung charakterisiert.
Häufige Auslöser des Kontaktekzems sind: Metalle (vor allem Nickel), Duftstoffe, Farbstoffe, Konservierungsmittel, Medikamente oder Salbengrundlagen. Wie auch bei der Nesselsucht sind häufig Personen betroffen, die schon andere Allergien aufweisen, z. B. Heuschnupfen, oder eine Neigung zu einer trockenen, empfindlichen Haut haben.
Wichtiges Diagnoseverfahren ist der Epikutantest. Dabei werden die verdächtigen Stoffe auf den Rücken des Betroffenen geklebt und die Hautreaktionen nach 24, 48 und 72 Stunden abgelesen.
Ein nichtallergisches (sogenanntes toxisches) Kontaktekzem entsteht, wenn auf die Haut ausreichend intensiv, lange oder häufig reizende oder giftige Substanzen einwirken. Zu den auslösenden Schadstoffen gehören Putz-, Scheuer-, Spül- und Waschmittel, Lacke, pflanzliche Stoffe, medizinische Seifen sowie Desinfektionsmittel. Häufig erkranken disponierte Personen – Menschen, die bereits in ihrer Kindheit unter einem Ekzem gelitten haben – oder Patienten, deren schützender Fett- und Säuremantel der Haut geschädigt ist.
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Verwendete Quellen:
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