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Harndrang - Hintergrund / Einleitung

Vermehrter Harndrang


Als Harndrang bezeichnet man das bei zunehmender Blasenfüllung entstehende, natürliche Bedürfnis, Urin auszuscheiden und die Blase zu entleeren. Tritt dieses Bedürfnis übermäßig häufig – also tagsüber mehr als sechsmal und nachts mehr als zweimal – auf, spricht man von vermehrtem Harndrang. Unterschieden wird dabei zwischen zwei Formen: der Pollakisurie, bei der ein vermehrter Harndrang besteht, ohne dass sich die produzierte und ausgeschiedene Menge an Urin erhöht, und der Nykturie, bei der der vermehrte Harndrang vor allem nachts auftritt.

Definition: Was versteht man unter Harndrang?


Unter Harndrang versteht man den bei zunehmender Blasenfüllung entstehenden Blasenreiz und das damit verbundene, natürliche Bedürfnis, Urin auszuscheiden und die Blase zu entleeren. Im Normalfall tritt dieser natürliche Harndrang bei einem erwachsenen Menschen bis zu sechsmal am Tag und maximal zweimal in der Nacht auf. Der in den Nieren gebildete Urin sammelt sich dabei solange konzentriert in der etwa 0,4 bis 0,5 Liter fassenden Harnblase, bis diese voll ist und sich durch den natürlichen Harndrang entsprechend bemerkbar macht.

Die normale tägliche Urinproduktion und -ausscheidung hängt dabei von der Flüssigkeitszufuhr ab und beläuft sich bei einer Trinkmenge von 2 Litern am Tag auf etwa 1,5 Liter. Übersteigt die tägliche Urinmenge einen Wert von mehr als 2 bis 3 Liter am Tag, spricht man von einer Polyurie, also einer krankhaft erhöhten Urinausscheidung.

Formen des vermehrten Harndrangs


Mediziner unterscheiden beim krankhaften, vermehrten Harndrang zwischen zwei Formen: der Pollakisurie und der Nykturie. Bei der Pollakisurie tritt der vermehrte Harndrang auf, ohne dass dabei mehr Gesamturin pro Tag produziert und ausgeschieden wird. Stattdessen kommt es über den Tag verteilt zu einer gehäuften Entleerung kleiner Urinmengen. Von einer Nykturie spricht man, wenn der vermehrte Harndrang vor allem nachts verstärkt, also mehr als zweimal, auftritt.

Häufigkeit von vermehrten Harndrang


Von vermehrtem Harndrang sind vor allem Männer ab dem 50. Lebensjahr betroffen. So klagt etwa jeder dritte Mann über 50 über häufigen und nächtlichen Harndrang. In den meisten Fällen ist dieser vermehrte Harndrang ein Anzeichen für den Beginn einer gutartigen Prostatavergrößerung, die bereits ab dem 30. Lebensjahr im Zuge des natürlichen Alterungsprozesses einsetzen kann.

Ursachen für vermehrten Harndrang


Ein krankhaft vermehrter Harndrang kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Tritt der verstärkte Harndrang nur gelegentlich auf, können die Ursachen in einer übermäßigen Flüssigkeitszufuhr, übermäßigem Alkohol- oder Kaffeekonsum oder der Einnahme entwässernder Medikamente – sogenannter Diurtika, umgangssprachlich auch Wassertabletten genannt – liegen. Darüber hinaus können auch psychische Belastungen und Stress für das gelegentliche Auftreten eines verstärkten Harndrangs verantwortlich sein.

Tritt der vermehrte Harndrang längerfristig auf, ist dies häufig ein Anzeichen für eine andere, zugrundeliegende Erkrankung. Zu den Krankheiten, die einen vermehrt auftretenden Harndrang verursachen können, gehören unter anderem Diabetes mellitus, Diabetes insipidus, die 3. Stufe des akuten Nierenversagens, eine Prostataentzündung (Prostatitis), eine Gebärmuttersenkung (Descensus uteri), ein krankhaft gesteigertes Durstempfinden (Polydipsie) und eine eingeschränkte Konzentrationsleistung der Nieren (Hyposthenurie). Auch eine Erschlaffung der Beckenbodenmuskulatur, wie sie nach einer Geburt oder bei Übergewicht vorkommt, kann einen verstärkten Harndrang zur Folge haben.

Für einen Harndrang, der vor allem nachts, also im Liegen, vermehrt auftritt (Nykturie), kann eine Blasenentzündung oder eine gutartige Prostatavergrößerung (Prostatahypertrophie) verantwortlich sein. Als Ursachen für einen vermehrten Harndrang ohne erhöhte Urinbildung und -ausscheidung (Pollakisurie) kommen Prostataerkrankungen, die sogenannte Reizblase sowie die frühe Phase der Schwangerschaft in Frage.

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medführer

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