Für wen ist ein Cochlea Implantat geeignet?
Liegt eine einseitige oder beidseitige hochgradige Schwerhörigkeit vor, welche auch mit optimaler Hörgeräteversorgung zu keinem ausreichenden Sprachverständnis führt, ist eine Versorgung mit dem Cochlea Implantat anzustreben.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Versorgung mit einem Cochlea Implantat ist das Vorhandensein eines funktionierenden Hörnerven (Nervus acusticus) und einer funktionstüchtigen zentralen Hörbahn.
Man unterscheidet zwei Zielgruppen von Patienten:
- Gehörlos geborene Säuglinge und Kleinkinder vor dem Spracherwerb (prälingual): Bei erwachsenen Patienten, die gehörlos geboren wurden oder vor dem Spracherwerb (prälingual) gehörlos wurden und somit keine akustische Erinnerung haben, ist auch nach einer Cochlea Implantation kein Sprachverständnis zu erwarten, jedoch kann der Patient zumeist von einer Geräuschwahrnehmung profitieren.
- Kinder jeder Altersstufe, Jugendliche und Erwachsene, die nach dem Spracherwerb gehörlos wurden oder an einer hochgradigen Schwerhörigkeit leiden (postlingual).
Neben medizinischen Indikationskriterien sind auch die Motivation und die Kooperationsbereitschaft des Patienten von besonderer Bedeutung. Mit der Implantation des Cochlea Implantates wird zwar die Möglichkeit des Hörens geschaffen, jedoch ist ein gutes Sprachverständnis nur mit intensivem audiologischem Hör- und Sprachtraining gewährleistet.
Welche Eignungsuntersuchungen werden vor der Versorgung mit einem Cochlea Implantat durchgeführt?
Vor der Versorgung mit einem Cochlea Implantat muss stets übergeprüft werden, ob der Patient die notwendigen medizinischen und audiologischen Voraussetzungen erfüllt und wie hoch die individuellen Erfolgsaussichten einzuschätzen sind. Im Rahmen der präoperativen Diagnostik werden verschiedene Eignungsuntersuchungen durchgeführt. Neben der Krankengeschichte werden sowohl die anatomischen Gegebenheiten des Patienten als auch der individuelle Hörstatus und die allgemeine Verfassung des Patienten berücksichtigt.
Wie groß sind die Erfolgsaussichten?
Generell gilt, dass die Erfolgsaussichten bei einem Cochlea Implantat umso besser sind, je kürzer die Zeitspanne zwischen Ertaubung und Operation ist. Liegt die Ertaubung nur wenige Jahre zurück, bestehen gute Aussichten, Sprache wieder verstehen zu können. Auch für gehörlos geborene Kinder sind die Erfolgsaussichten sehr gut. Das Cochlea Implantat sollte bei ihnen möglichst frühzeitig eingesetzt werden, um die Sprachentwicklung möglichst wenig zu verzögern und den Kindern auch den Besuch einer Regelschule zu ermöglichen. Der optimale Zeitpunkt zur Implantation kongenital tauber Kleinkinder ist bereits der 8. bis 12. Lebensmonat.
CI-Versorgung: „Je früher desto besser“, Ideal: 12. Lebensmonatletzte Aktualisierung: 15.05.2012
Artikelinformationen zu Cochlear Implant (CI)