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Schwangerschaft - Verstopfung während der Schwangerschaft

Quälende Verstopfungserscheinungen belasten etwa ein Drittel aller Schwangeren vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel, und machen diese eigentlich schöne, erwartungsvolle Zeit zu einem unerfreulichen und schmerzhaften Erlebnis, erklärt Sven-David Müller, Sprecher der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Natürliche therapeutische Methoden besonders erfolgreich

Das Krankheitsbild der Verstopfung gehört zu den häufigsten Beschwerden im Magen-Darm-Trakt während der Schwangerschaft. Ihre Entstehung ist bis heute nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, vermutlich begründen aber mehrere Faktoren in Kombination die schmerzhaften Verdauungsprobleme.Ein Schwerpunkt liegt sicherlich auf der Verschiebung des Hormongleichgewichtes der Schwangeren.

Die vermehrt gebildeten weiblichen Sexualhormone hemmen die Bewegungen der gesamten inneren Muskulatur, um den Fötus in der Gebärmutter (die ja auch ein Muskel ist) vor übermäßigen Erschütterungen zu schützen. Dies betrifft selbstverständlich auch die Darmwand, deren Kontraktionen notwendig für eine regelmäßige Verdauung sind. Weiterhin besteht die Vermutung, dass veränderte Ess- und Trinkgewohnheiten, mangelnde Bewegung während des letzten Schwangerschaftsdrittels und die Einengung des Darms durch die stark vergrößerte Gebärmutter ursächlich für eine gestörte Verdauungsarbeit sind.

Behandlung der Schwangerschaftsverstopfung

Bestimmte Abführmittel sind während einer bestehenden Schwangerschaft absolut tabu, da einige der Inhaltsstoffe vorzeitige Kontraktionen der Gebärmutter auslösen können und so ein besonders hohes Risikopotential für das Ungeborene bergen.Sven-David Müller rät deswegen dazu, bei Verstopfungserscheinungen erst einmal den natürlichen Weg zu gehen und explizit zu versuchen, die Ernährung an die veränderte Stoffwechselsituation anzupassen.

Eine vollwertige und abwechslungsreiche Kost, die reich an Gemüse und Obst ist, enthält viele Nahrungsfasern, die die Darmaktivität anregen und aufrechterhalten. Daneben halten sie auch den Blutzuckerspiegel auf einem konstanten Niveau, was den vielen Schwangeren wohlbekannten "Heißhungeranfällen" vorbeugt. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von ca. zwei bis drei Litern am Tag unterstützt die Funktion der Nahrungsfasern, da diese dadurch aufquellen. Weiterhin regt ausreichende Bewegung die Darmaktivität an, und die frische Luft tut sowohl Mutter als auch Kind gut.

Auch Zubereitungen aus Plantago ovata-Samenschalen können für die geplagte Schwangere eine Lösung sein: Das Pulver aus indischem Flohsamen wird in Wasser aufgelöst und sorgt, wie die anderen Nahrungsfasern auch, für eine verbesserte Darmmotilität. Gut wirksam sind auch Guar und Milchzucker, denn Abführmittel sind in der Schwangerschaft tabu. Verstopfungserscheinungen während der Schwangerschaft müssen bei Beachtung dieser kleinen Tipps nicht sein, und eine Medikamenteneinnahme ist bei Weitem nicht immer notwendig.

Bei weiteren Fragen rund um das Thema "Ernährung in der Schwangerschaft" steht werktags von 9.00 Uhr bis 15.00 Uhr die Hotline der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik unter 0241/9610319 zu Verfügung.

letzte Aktualisierung: 04.02.2012

Verwendete Quellen:
Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
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