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Schwangerschaft - Toxoplasmose in der Schwangerschaft

Toxoplasma gondii ist ein winziger Parasit, der in den Zellen vieler Säugetierarten und Vögel lebt. Der Mensch ist für den Erreger nur eine zufällige Zwischenstation; um sich zu vermehren, braucht er eine Katze als Wirt. Im Lauf ihres Lebens kommen sehr viele Menschen mit den Winzlingen in Berührung - meist unbemerkt. Schwere Schäden verursachen die Parasiten nur bei Menschen mit einer Schwäche der Immunabwehr oder in der Schwangerschaft beim Ungeborenen, wenn sich die Mutter erstmals infiziert.

 Toxoplasma gondii ist ein winziger Parasit, der weit verbreitet ist. Er lebt in den Zellen vieler Säugetierarten und Vögel. Der Mensch ist - wie z.B. auch das Schwein - für den Erreger nur eine zufällige Zwischenstation; um sich zu vermehren, braucht er eine Katze als Wirt.

Im Lauf ihres Lebens kommen sehr viele Menschen mit den Winzlingen in Berührung: Hatte im Alter von 30 etwa jeder Dritte Kontakt, sind es bei den Siebzigjährigen über 70%. Meist setzt sich der Körper unbemerkt mit dem Ansturm der Parasiten auseinander. Selten äußert sich die Infektion mit grippeähnlichen Symptomen: geschwollene Lymphknoten, Fieber, Abgeschlagenheit.

Die Toxoplasmen verbleiben als Zysten im Gewebe. Dadurch erhält das Immunsystem die Immunität lebenslang aufrecht und verhindert erfolgreich weitere Infektionen.

Wann ist Toxoplasmose gefährlich?

Für den Menschen gibt es zwei Situationen, in denen die harmlosen Parasiten zu bedrohlichen Erregern werden: zum einen eine Schwäche der Immunabwehr, wie sie bei schweren Krankheiten, z.B. Aids auftritt. Dann können sich die in den Zysten liegenden Toxoplasmen ungehindert ausbreiten und lebenswichtige Organe zerstören.

Schaden können die Parasiten auch beim Ungeborenen in der Schwangerschaft anrichten; allerdings nur dann, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft erstmals infiziert. In solchen Fällen kann es passieren, dass die am Anfang der Infektion massenhaft auftretenden Toxoplasmen die Gebärmutter erreichen bevor sie von der Streitmacht der mütterlichen Immunabwehr abgefangen werden. Dort angekommen, ist der Weg zum Fötus nur noch kurz. Da dessen Organismus noch kein Immunsystem besitzt, ist er der Infektion ungeschützt ausgesetzt.

Welche Folgen hat eine Infektion für das Ungeborene?

Nur bei einer Erstinfektion der Mutter besteht überhaupt ein Risiko für den Fötus, auch infiziert zu werden. Dieses ist wiederum davon abhängig, zu welchem Zeitpunkt in der Schwangerschaft der Erstkontakt stattfindet. Genaue Zahlen existieren nicht, Schätzungen liegen bei 5-15% im ersten Schwangerschaftsdrittel, 30% im zweiten und über 60% in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft.

Je früher das Ungeborene befallen wird, desto schwerwiegender können die Folgen sein. Das liegt daran, dass sich die Organe in den ersten Wochen der Schwangerschaft ausbilden und in dieser Zeit sehr empfindlich auf schädliche Einflüsse reagieren. Deshalb kann insbesondere das Gehirn stark betroffen sein - mit der Folge von Verkalkungen, Wasserkopf und Narbenbildung. Auch zu einer Fehlgeburt kann es kommen.

Erfolgt die Infektion erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte, haben die Neugeborenen oft gar keine oder nur geringe Auffälligkeiten. Manchmal zeigen sich erst Spätfolgen wie Augenveränderungen oder Entwicklungsverzögerungen.

Wie lässt sich eine Infektion vermeiden?

Für den Menschen gibt es zwei Hauptinfektionsquellen. Die Wichtigste ist rohes oder ungenügend erhitztes Fleisch, in dem sich Zysten mit Erregern befinden können. Die andere ist Katzenkot, vor allem wenn er nicht mehr ganz frisch ist, da die Toxoplasmen einige Tage brauchen, um infektiöse Stadien zu bilden. Diese können dann allerdings monatelang ansteckend bleiben.

Möglichkeiten, als Schwangere eine Erstinfektion zu vermeiden, sind:

  • kein rohes Fleisch wie Schweinemett essen oder abschmecken
  • Fleisch immer ausreichend lange erhitzen
  • ­Obst und Gemüse sorgfältig waschen
  • ­nach der Berührung von rohem Fleisch, Obst und Gemüse gründlich die Hände waschen
  • ­ Kontakt mit Katzenkot vermeiden; Familienangehörige bitten, die Katzentoilette täglich mit heißem Wasser ( > 70°C) zu säubern
  • ­Katze mit Dosen- oder Trockenfutter ernähren
  • Hände waschen nach dem Kontakt mit Katzen und nach beendeter Gartenarbeit

Wie lässt sich eine Infektion nachweisen?

Besteht der Verdacht auf eine Toxoplasmose, kann das Blut auf Antikörper untersucht werden. Diese geben Hinweise, ob eine Infektion stattgefunden hat und ob diese frisch ist oder bereits länger zurückliegt. Dieser Test kann auch bei Kinderwunsch oder in der Frühschwangerschaft durchgeführt werden. Er gehört allerdings nicht zur Schwangerenvorsorge, wird also nur dann von den Krankenkassen bezahlt, wenn ein begründeter Verdacht auf eine Infektion vorliegt.

Was tun bei einer Infektion in der Schwangerschaft?

Schwangere, die sich neu infiziert haben, müssen mit Medikamenten behandelt werden - auch wenn sie keine Symptome haben!

Die Wahl des Antibiotikums trifft der behandelnde Arzt in Abhängigkeit von der Schwangerschaftswoche; die Einnahme erfolgt über mindestens 4 Wochen. Weiterhin wird der Facharzt mittels ausführlichen Ultraschalls die kindliche Entwicklung beurteilen und ggf. - nach der 20. Schwangerschaftswoche - auch eine Fruchtwasseruntersuchung veranlassen, um zu prüfen, ob die Erreger überhaupt auf das Ungeborene übergegangen sind.

Direkt nach der Geburt und dreimal im Abstand von 4 Wochen werden beim Neugeborenen ein Ultraschall des Kopfes und eine Augenspiegelung durchgeführt. Außerdem wird Mutter und Kind Blut abgenommen und zusammen mit Nabelschnurblut und Plazenta in einem Speziallabor untersucht.

Das kindliche Blut wird danach noch zweimal getestet, um zu sehen, ob darin nur die Antikörper der Mutter enthalten waren oder ob es eigene Antikörper bildet, die auf eine durchgemachte Infektion mit der Gefahr vo n Spätschäden deuten.

letzte Aktualisierung: 03.02.2012

Verwendete Quellen:
Autor: Dagmar Reiche
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