
Menstruationsbeschwerden und Regelschmerzen sind keine Einbildung. Die Wissenschaft hat längst herausgefunden, was Schätzungen zufolge fast jede dritte Frau und sogar jedes zweite Mädchen Monat für Monat als Regelschmerzen zu schaffen macht: Prostaglandine heißen die Übeltäter.
Diese Gewebshormone sorgen dafür, dass sich die Muskulatur der Gebärmutter während der Regel zusammenzieht, um die Gebärmutterschleimhaut abzustoßen - das führt zu Unterbauchschmerzen und zu Krämpfen. In schlimmen Fällen von Regelschmerzen muss die Betroffene sogar das Bett hüten.
Vom Regelschmerz - in der Fachsprache Dysmenorrhoe genannt - sind auch schon ganz junge Mädchen betroffen. Von einer "primären Dysmenorrhoe" spricht man, wenn weibliche Teenager während ihrer Menstruation über die typischen Symptome wie Unterleibsschmerzen und -krämpfe, Rückenschmerzen, Übelkeit bis zum Erbrechen, Reizbarkeit, Müdigkeit und Antriebslosigkeit klagen. Manchmal sind körperliche Ursachen der Grund.
Allerdings spielt - auch die Psyche bei den Regelschmerzen eine wesentliche Rolle. Die Tatsache, von einem Tag zum anderen zur Frau geworden zu sein, stürzt Schülerinnen zwischen 9 und 13 Jahren vielfach in ein Wechselbad der Gefühle. Viele wissen gar nicht, was in ihrem Körper überhaupt passiert. Pubertierende Mädchen lesen zwar Dinge über Sexualität in Jugendzeitschriften. Doch was konkret mit ihnen und ihrem Körper passiert, darüber herrscht oft eine erschreckende Ahnungslosigkeit über Zyklus und Periode. In vielen Fällen hilft hier Information und Aufklärung über diese natürlichen Vorgänge im Körper eines jungen Mädchens.
Überdies scheinen sich Menstruationsbeschwerden von der Mutter auf die Tochter quasi zu vererben. Ein paar unachtsam geäußerte Sätze im Stil "Diese Periode bringt mich noch um" jagen Töchtern verständlicherweise Angst ein. Und so erlebt das Mädchen - quasi als sich selbst erfüllende Prophezeiung - die erste Periode dann ebenfalls als Last oder gar Krankheit.
Auch Frauen um die 30 sind vor psychisch bedingten Regelbeschwerden nicht gefeit. Das kann Stress sein, Ärger im Job oder sexuelle Lustlosigkeit. Allerdings kann die sekundäre Form oft auch organische Ursachen haben, etwa eine Endometriose (gutartige Wucherung der Gebärmutterschleimhaut), einen verengten Muttermundkanal oder einen abgeknickten Gebärmutterhals, gutartige Geschwüre oder Entzündungen, zum Beispiel nach Entfernen einer Spirale. Ob eine dieser Erkrankungen vorliegt, wird der Frauenarzt zunächst zur Abklärung untersuchen.
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