Therapie beim Ovarialkarzinom
Die optimale Behandlung beim Ovarialkarzinom beruht zum einen auf einer radikalen Operation mit Entfernung aller sichtbaren und tastbaren Tumorherde. Diese ist Vorraussetzung für die optimale Wirkung der zweiten wichtigen Säule, der sich anschließenden
Chemotherapie. Im Rahmen dieser Operation wird auch das Tumorstadium des Ovarialkarzinoms festgelegt.
Tumorstadium beim Ovarialkarzinom
Das Ovarialkarzinom wird in die sogenannten FIGO Stadien eingeteilt:
FIGO I: Tumor begrenzt auf
OvarienFIGO II: Tumor befällt ein oder beide
Ovarien und breitet sich im Becken aus
FIGO III: Tumor befällt ein oder beide
Ovarien und breitet sich außerhalb des Beckens aus und/oder befällt die regionären Lymphknoten
FIGO IV: Organ oder
Fernmetastasen (außerhalb des Bauchraums)
Radikale Operation beim Ovarialkarzinom
Im Rahmen der radikalen Operation beim Ovarialkarzinom wird ein Längsschnitt vom Brustbein bis zum Schambein durchgeführt und der gesamte Bauchraum inspiziert. Anschließend werden die Adnexe (Eierstöcke), der
Uterus (Gebärmutter), das große Netz sowie die Lymphknoten entlang der Beckengefäße und der Hauptschlagader entfernt, sowie alle weiteren sichtbaren Tumorbereiche. In manchen Fällen erfolgt beim Ovarialkarzinom auch die Entfernung der Appendix (Blinddarm).
Im Anschluss an die Operation wird eine platinhaltige Kombinationschemotherapie durchgeführt (Carboplatin / Paclitaxel). In der Regel wird diese in Form von 6 Zyklen durchgeführt, im Abstand von jeweils drei Wochen.
Lediglich im Stadium I kann in Einzelfällen der Verzicht auf eine
Chemotherapie mit der Patientin diskutiert werden. In fortgeschrittenen Tumorstadien, welche während der Operation als inoperabel eingestuft werden, kann eine so genannte „neoadjuvante“
Chemotherapie durchgeführt werden. In diesem Fall bekommt die Patientin primär drei Zyklen
Chemotherapie um den Tumor entsprechend zu verkleinern und damit die Chancen auf eine komplette Entfernung des Ovarialkarzinoms zu verbessern.
Alternative Heilmethoden beim Ovarialkarzinom
Von alternativen Heilmethoden beim Ovarialkarzinom wird aufgrund einer fehlenden Datenlage abgeraten.
Nachsorge beim Ovarialkarzinom
Die Nachsorgeuntersuchungen finden in den ersten drei Jahren in der Regel alle drei Monate, in den folgenden zwei Jahren alle sechs Monate und danach jährlich statt. Die Nachsorge beim Ovarialkarzinom umfasst die körperliche Untersuchung inklusive gynäkologischer Spiegeleinstellung, Tast- und rektaler Untersuchung ergänzt von einem
Ultraschall. Eine weiterführende Diagnostik, z.B. durch ein
CT oder
MRT oder die Bestimmung von Tumormarkern ist bei Beschwerdefreiheit nicht sinnvoll.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)