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Amenorrhö - unregelmäßiger Menstruationszyklus - Hintergrund / Einleitung

Die Menstruationsblutung ist Zeichen eines periodisch ablaufenden Prozesses, der über viele Hormone gesteuert wird. Störungen im Regulationsgefüge können zu Abweichungen der Stärke, Dauer und Regelmäßigkeit der Periode führen. Manchmal bleibt sie auch ganz aus.

Der Menstruationszyklus

Der weibliche Menstruationszyklus tritt in regelmäßigen Abständen durchschnittlich zwischen dem 13. und 45. Lebensjahr auf und dauert 25–35 Tage. Er dient dazu, ein Ei zur Fortpflanzung zur Verfügung zu stellen.

Kommt es nach dem Eisprung zu keiner Befruchtung, wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und die etwa 3–7 Tage dauernde Periodenblutung setzt ein. Der erste Tag der Blutung entspricht dem Beginn des neuen Zyklus.

Dieser Prozess läuft nach dem immer gleichen Muster ab und wird über verschiedene Geschlechtshormone v.a. aus Gehirn (FSH, LH) und Eierstöcken (Östrogen, Progesteron) gesteuert. Menstruationsstörungen können psychische oder körperliche Ursachen haben.

  • Primäre Amenorrhö: Bis zum 18. Lebensjahr tritt keine Monatsblutung ein.
  • Sekundäre Amenorrhö: Es war bereits ein normaler Zyklus vorhanden, dann bleibt die Blutung für mindestens 3 Monate aus.

Ursachen der Amenorrhö

Bei der Primären Form liegen fast immer körperliche Ursachen zugrunde. Dazu gehören angeborene Chromosomenanomalien und genitale Fehlbildungen, Funktionsstörungen der Eierstöcke und hormonelle Störungen v.a. im Zwischenhirn und der Hirnanhangsdrüse.

Bei der Sekundären Form sind gar nicht selten Phasen psychischer oder körperlicher Belastungen die Ursache. Dazu gehören z.B. (berufsbedingter) Stress, Reisen, anstehende wichtige Entscheidungen oder familiäre Ereignisse. Was im Einzelnen dabei auf hormoneller Ebene passiert, ist noch nicht vollständig aufgeklärt. Allerdings geht man davon aus, dass solche Situationen Fehlfunktionen im Nervensystem auslösen können, die sich auf die Hormonregulation auswirken.

Gerade bei jüngeren Frauen können große Gewichtsschwankungen oder starker Gewichtsverlust wie z. B. bei der Magersucht zum Ausbleiben der Periode führen.

Hormonstörungen und Stoffwechselerkrankungen treffen Frauen in jedem Lebensalter. So führt ein erhöhter Blutspiegel von männlichen Geschlechtshormonen zum Ausbleiben der Periode, ein Effekt, den Sportlerinnen kennen, die Anabolika zum Muskelaufbau einnehmen.

Seltenere Auslöser sind hormonproduzierende Tumoren im Eierstock, schwere Allgemeinerkrankungen und Medikamente, insbesondere Hormonpräparate und Krebsmittel, aber auch Psychopharmaka und Tabletten zur Blutdrucksenkung. Nach dem Absetzen der Pille kann es einige Wochen dauern, bis sich der Zyklus wieder normalisiert ("Post-Pill-Amenorrhö").

Neben krankhaften Formen gibt es auch die physiologische, also normale Amenorrhö, die durch die Hormonumstellung während Schwangerschaft und Stillzeit sowie während und nach der Menopause bedingt ist. Übrigens: Auch wenn die Monatsblutung nach der Geburt einige Wochen ausbleibt, besteht kein ausreichender Schutz davor, erneut schwanger zu werden, zumindest wenn die Frau nicht stillt.

letzte Aktualisierung: 25.01.2010
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