Die In-vitro-Fertilisation (IVF) mit Embryotransfer (ET) ist eine klinisch ausgereifte Methode der Reproduktionsmedizin. Die Schwangerschaftsraten sind stabil. Bei Frauen, die das vierzigste Lebensjahr bereits vollendet haben, ist allerdings keine Kassenbeteiligung für die Kosten der In-vitro-Fertilisation vorgesehen. Ähnlich ist die Lage bei Frauen nach Eileiterunterbindung (Sterilisation). Im Jahre 1978 wurde in England das erste Kind nach einer außerhalb des Mutterleibes durchgeführten Befruchtung geboren, das erste „Retortenbaby“. Die extrakorporale Befruchtung veränderte die
Reproduktionsmedizin entscheidend. In vielen früher hoffnungslosen Fällen wurde eine
Schwangerschaft möglich.
Bei einer Frau unter 35 Jahren ist im erfolgreichen reproduktionsmedizinischen Zentrum, unter Ausschöpfung aller erfolgssteigernden Maßnahmen, pro
Embryotransfer in 40–50 % mit der Geburt eines Kindes zu rechnen.
Gemäß den derzeit zur Verfügung stehenden Studien sinkt ab 35 Jahren die Chance jährlich um ca. 5 % (2–6 %). Die Rate der Fehlgeburten steigt.
Die Gründe (Indikationen) für die IVF-Behandlung sind:
- Fehlen beider Eileiter (entfernt wegen Eileiterschwangerschaften oder wegen Eileiterentzündungen)
- Ausgedehnter Eileiterschaden, Endometriose
- Langjährige Kinderlosigkeit und keine Schwangerschaft nach weniger eingreifenden Behandlungen
IVF / ET kann bei Paaren mit langjähriger Kinderlosigkeit erfolgen, bei denen die Ursache für die Sterilität unklar blieb. Die IVF kann bei einer Einschränkung des Samenbefundes des Mannes (andrologisch bedingte Sterilität) durchgeführt werden.
Auch bei sogenannter
Endometriose (gutartige Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter zu Zysten oder Verwachsungen führt) kann die In-vitro-
Fertilisation angewandt werden. Frauen suchen auch mit zunehmendem Alter die Chancenerhöhung durch die IVF.
Die Vorbereitung (
Stimulation) zu einer Behandlung dauert ca.12–16 Tage: Gemeint ist die Zeit vom 1. Tag der Blutung an bis hin zur eigentlichen Behandlung. Danach müssen ca. 14 Tage abgewartet werden, bis man erfährt, ob eine
Schwangerschaft erreicht wurde. Während des Behandlungszyklus sind eine oder mehrere Ultraschalluntersuchungen zur Messung der Follikelgröße (Größe der Eibläschen) erforderlich. Falls der Patient vom Zentrum weiter weg wohnt oder aus organisatorischen Gründen nicht ins Zentrum kommen will, kann die Untersuchung auch vom Frauenarzt durchgeführt werden.
Nach der Eizellentnahme (
Punktion) dauert es ca. 2–6 Tage bis zum
Embryotransfer.
Eine Frau bis 39 Jahre, bei der die Zellteilung regelhaft ist und bei der immer Embryonen in die Gebärmutter zurückgebracht werden können, hat pro durchgeführter In-vitro-
Fertilisation mindestens eine Chance von 25–35 %, schwanger zu werden. Falls keine
Schwangerschaft eintritt und die IVF-Behandlung wiederholt wird, ist die gleiche Schwangerschaftschance gegeben. 20–25 % der erreichten Schwangerschaften enden als Fehlgeburt. Ca. 4 % sind Eileiterschwangerschaften. Eine generelle Altersgrenze sollte nicht eingehalten werden. Dennoch muss im aufklärenden Gespräch deutlich darauf hingewiesen werden, dass die Schwangerschaftschancen bei der 42 Jahre alten Frau niedriger liegen als bei einer vergleichbaren 34-jährigen Patientin.
Die Zahl der Fehlgeburten nimmt mit dem Alter der Frau zu. Bei Frauen, die das vierzigste Lebensjahr bereits vollendet haben, ist keine Kassenbeteiligung für die Kosten der In-vitro-
Fertilisation vorgesehen. Ähnlich ist die Lage bei Frauen nach Eileiterunterbindung (
Sterilisation).
Ausführliche Informationen zum unerfüllten Kinderwunschletzte Aktualisierung: 14.05.2012
Verwendete Quellen:
Maheshwari A et al. Fertil Steril 2008. 90:1036-1042
Van Voorhis BJ. In Vitro Fertilization. NEJM 2007. 356:379-386
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Artikelinformationen zu In-vitro-Fertilisation (IVF) und Embryotransfer (ET)