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Epilepsie - Hintergrund / Einleitung

Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen


Bei der Epilepsie handelt es sich um eine neurologische Krankheit, die mit spontan auftretenden Krampfanfällen, sogenannten epileptischen Anfällen, einhergeht. Bestehen bei einem Patienten mit epileptischen Anfällen andauernde Hirnveränderungen, spricht man von Epilepsie. Ansonsten handelt es sich bei den epileptischen Anfällen lediglich um Gelegenheitsanfälle. Epilepsie tritt bei Kindern und Jugendlichen mit einer Häufigkeit von einem Prozent auf.

Definition: Was versteht man unter einem epileptischen Anfall und Epilepsie?


Ein epileptischer Anfall ist eine überschießende Entladung elektrischer Aktivität von Hirnzellen. Der epileptische Anfall geht mit einer plötzlichen Veränderung des Bewusstseins, aber auch der Motorik und der Wahrnehmung eines Patienten einher und hört wieder auf. Wenn bei dem Patienten andauernde Hirnveränderungen bestehen (Fehlbildungen bzw. Schäden der Hirnrinde und/oder besondere hirnelektrische Aktivität im Elektroenzephalogramm=“EEG“), ist von einem hohen Wiederholungsrisiko für epileptische Anfälle auszugehen. Dann spricht man von Epilepsie.

Entsprechend trifft die Diagnose Epilepsie bei Menschen mit einem oder wiederholten epileptischen Anfällen ohne andauernde Hirnveränderungen (z.B. Fieberkrämpfen bei Kleinkindern, Anfällen nach Schlafentzug bei Jugendlichen) nicht zu. Bei ihnen spricht man von Gelegenheitsanfällen.

Bei einem von hundert Kindern und Jugendlichen tritt Epilepsie auf (1 Prozent). Bei Erwachsenen tritt Epilepsie deutlich seltener als bei Kindern und Jugendlichen auf, ab dem 75. Lebensjahr hingegen bei mehr als 3 Prozent der Erwachsenen.


Ursachen epileptischer Anfälle und der Epilepsie


Bei alten Menschen finden sich häufig Gefäßerkrankungen, Tumoren oder Abbauprozesse des Gehirns als Ursache für Epilepsien. Kinder und Jugendliche mit Epilepsie haben nur selten sichtbare Veränderungen des Gehirns in der Kernspintomographie, z.B. durch Zellschäden nach Sauerstoffmangel, Schädel-Hirn-Trauma, Entzündung des Gehirns oder aber angeborene Fehlbildungen.

Im EEG bei betroffenen Kindern mit Epilepsie finden sich sehr oft Zeichen einer besonderen Bereitschaft zu epileptischen Anfällen. Diese sind offenbar in den Erbanlagen (genetisch) verankert und kommen entsprechend häufiger bei Eltern oder Geschwistern vor. Im Kindes- und Jugendalter gibt es Epilepsie-Formen („Epilepsie-Syndrome“), bei denen diese Zeichen im Lauf der Entwicklung ebenso verschwinden wie die epileptischen Anfälle und damit auch die Diagnose Epilepsie.

Artikelinformationen zu Epilepsie
Autor
Dr. Burkhard Püst

Dr. Burkhard Püst

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