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Eiterflechte (Impetigo contagiosa, Grindflechte) - Hintergrund / Einleitung

Eiterflechte (Impetigo contagiosa, Grindflechte)


Die Eiterflechte (Impetigo contagiosa) ist eine oberflächliche Hautinfektion, von der vor allem Kinder betroffen sind. Verursacher sind Bakterien: Staphylokokken und / oder Streptokokken. Bei einer Eiterflechte kommt es zu kleinen oder größeren Blasen, denen honiggelbe Krusten auf geröteter Haut oder gerötete, offene Hautstellen folgen. Wird die Impetigo contagiosa adäquat behandelt, heilt sie in 1-2 Wochen narbenlos ab.

Wie kommt es zu einer Eiterflechte (Impetigo contagiosa)?


Impetigo kann zwar auch auf gesunder Haut entstehen, Risikofaktoren sind allerdings oberflächliche Hautverletzungen, chronische Ekzeme, Pilzinfektionen, Sonnenbrand und Insektenstiche sowie eine allgemeine Abwehrschwäche. Auch mangelnde Hygiene begünstigt eine Eiterflechte.

Die Impetigo ist sehr ansteckend. Eine Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion. Kindergärten, Schulen usw. sind typische Einrichtungen für die Ausbreitung der Eiterflechte.



Die Eiterflechte kann überall am Körper entstehen, tritt aber vor allem im Gesicht und an Armen und Beinen auf. Durch den Juckreiz bei Impetigo contagiosa werden vor allem Kinder zum Kratzen verführt, wodurch es zu einer Ausbreitung der Infektion kommen kann.

Bei Vorliegen der hochansteckenden Eiterflechte sollte gründliche Hygiene eingehalten werden. Die befallenen Hautstellen sollten nicht berührt, Kleidung und Bettwäsche des Erkrankten bei möglichst 60° C gewaschen werden.

Unterschiedliche Formen der Eiterflechte (Impetigo contagiosa)


Bei der Eiterflechte werden vor allem zwei Formen unterschieden:
  • Kleinblasige Eiterflechte (Impetigo bullosa streptogenes): Diese Impetigo-Form wird überwiegend durch Streptokokken verursacht. Bei ihr entwickeln sich zunächst kleine, oberflächliche Bläschen. Nach deren Platzen kommt es zu oberflächlichen Erosionen, die mit honiggelben Krusten bedeckt sind. Es sollte eine systemische Antibiotika-Therapie erfolgen, um Folgeerkrankungen auszuschließen. Zusätzlich empfiehlt sich das Auftragen von lokal desinfizierenden Substanzen oder Antibiotika.
  • Großblasige Eiterflechte: Hierbei besteht oftmals eine Staphylokokken-Infektion. Es kommt zu größeren und stabileren Blasen als bei der kleinblasigen Eiterflechte. Nach dem Platzen liegen gerötete, offene Hautstellen vor, bis sie schließlich narbenlos abheilen. Das Auftragen von lokal wirkenden antiseptischen oder antibiotischen Substanzen ist nur bei leichten Fällen der großblasigen Eiterflechte ausreichend. Bei schwereren Fällen oder dem Verdacht auf eine Mischinfektion mit Streptokokken sollte eine systemische Antibiotika-Behandlung erfolgen.

Verwendete Quellen:

Streptokokkeninfektionen der Haut und Schleimhäute. Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Infektiologie (ADI). Stand: 01.05.2006. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-054l_S1_Streptokokkeninfektionen_der_Haut_und_Schleimhaeute.pdf [Zugriff: 31.3.2011].

Staphylokokkeninfektionen der Haut. Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und Arbeitsgemeinschaft für Dermatologische Infektiologie (ADI). Stand: 01.03.2004 (in Überarbeitung). URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-038l_S1_Staphylokokkeninfektionen_der_Haut.pdf [Zugriff: 31.3.2011].

Der Brockhaus Gesundheit. Krankheiten erkennen, verstehen und heilen. 6. Auflage (2004). F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig / Mannheim. S. 308-309.

MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Medizinisches Wissen und ärztlicher Rat für die ganze Familie. 2., völlig neue und erweiterte Ausgabe (2005). Goldmann Verlag, München. S. 1206-1207.


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