Schliessen


medführer Startseite » Neurologie » Krankheiten » Dystonien » Hintergrund / Einleitung

Dystonien - Hintergrund / Einleitung

Dystonie


Bei einer Dystonie handelt es sich um Bewegungsstörungen wie Verkrampfungen und Fehlhaltungen, die den gesamten Körper oder nur einzelne Regionen betreffen können. Ausgelöst wird eine Dystonie zumeist durch eine Störung in den tieferen Gehirnzentren. Zur Behandlung einer Dystonie bietet sich entweder eine orale medikamentöse Therapie, eine Botulinumtoxin-Therapie oder die Tiefe Hirnstimulation an.

Was ist eine Dystonie?


Unter dem Begriff Dystonie (griech., gestörte Muskelspannung) versteht man eine organische Erkrankung des Gehirns, die zu unwillkürlichen, teils krampfhaften Bewegungen oder abnormen Fehlhaltungen einzelner Körperregionen bzw. des gesamten Körpers führen kann. In Deutschland leiden mindestens 32.000 Menschen an einer Dystonie.


Ursachen einer Dystonie


Die Dystonie wird durch Fehlfunktionen spezifischer Netzwerke des Gehirns hervorgerufen. Als Ursache für eine Dystonie wird zumeist eine Störung in tieferen Gehirnzentren, den Basalganglien, angenommen, mit einer krankhaft erhöhten Aktivität der dort lokalisierten Nervenzellen. Im Rahmen der Erstdiagnose einer Dystonie muss durch den behandelnden Neurologen abgeklärt werden, ob eine „idiopathische“ oder eine „symptomatische“ Form vorliegt, da dies für die weitere Behandlung von entscheidender Bedeutung ist.

Unterscheidung zwischen idiopathischer und symptomatischer Dystonie


In den überwiegenden Fällen liegt eine derzeit noch nicht heilbare „idiopathische“ Dystonie (d.h. ohne fassbare Ursache) zugrunde. Dabei stehen jedoch in vielen Fällen gute Behandlungsmethoden zur Verfügung, die in den folgenden Kapiteln näher beschrieben werden. Eine „symptomatische“ Dystonie kann durch Medikamente, Tumoren, Durchblutungsstörungen im Gehirn oder Stoffwechselstörungen (z.B. M. Wilson) hervorgerufen werden und erfordert dann eine Therapie der entsprechenden Grunderkrankung.


Symptome einer Dystonie


Bei der Dystonie kommt es durch eine gestörte Muskelspannung zu einer abnormen Haltung, die den gesamten Körper, aber auch einzelne Regionen betreffen kann. Durch eine kontinuierliche oder phasenweise auftretende Muskelkontraktion entsteht dann eine Fehlhaltung der einbezogenen Körperpartie (z.B. Schiefhals), die nach außen hin sichtbar ist und somit nicht nur zu einer funktionellen Behinderung, sondern häufig auch zur sozialen Stigmatisierung der Betroffnen führt. Zudem sind diese unkontrollierten Muskelkontraktionen bei einer Dystonie oft mit Schmerzen vergesellschaftet.

Diagnose einer Dystonie


Der behandelnde Neurologe wird neben einer gründlichen Anamneseerhebung und klinischen Untersuchung verschiedene Zusatzuntersuchungen durchführen, um eine Dystonie zu diagnostizieren. Dabei sollte immer eine strukturelle Bildgebung des Gehirns zum Ausschluss einer „symptomatischen“ Dystonie erfolgen.

Artikelinformationen zu Dystonien
Autor
Autor

Univ.-Prof. Dr. med. Alfons Schnitzler

Zur Webseite
Als Autor anmelden

Weiter lesen


Spezialisten finden

Hier finden Sie Ihren Neurologen, Neurochirurgen und Neuroradiologen

Ärzte fragen

Sie suchen einen Spezialisten?
medführer hilft Ihnen weiter.
Senden Sie Ihre Anfrage an unsere Ärzte in Kliniken und Praxen.

zum Anfrageformular


Anzeigen Service