
Der Erkrankungsverlauf eines Diabetikers wird im Wesentlichen durch die Schäden an den großen und mittleren Arterien bestimmt! Diese Makroangiopathie (Makro = groß, Angiopathie = Gefäßerkrankung) entspricht dem Bild der Arteriosklerose, die praktisch jeden Menschen im Alter betrifft. Allerdings erkranken Diabetiker öfter, früher und stärker, Frauen genauso wie Männer. Die Art des Diabetes mellitus spielt dabei keine ausschlaggebende Rolle. Gerade Patienten mit dem oft so verharmlosend bezeichneten "leichten Zucker" erweisen sich in der Praxis als besonders anfällig.
Sind die Herzkranzgefäße von der Makroangiopathie betroffen, droht ein Herzinfarkt. 55% der Diabetiker sterben an einem Herzinfarkt! Die Beschwerden, die einem solchen Ereignis in der Regel vorangehen, wie Enge- oder Druckgefühl oder Brennen hinter dem Brustbein, sind beim Diabetiker oftmals nur gering ausgeprägt.
Im Gehirn kann die Gefäßerkrankung zu einem Schlaganfall führen. Schließlich können die größeren und mittleren Blutgefäße der Beine eingeengt oder sogar verschlossen sein. Dabei treten oft typische Beschwerden in Form von Schmerzen in der Wade oder auch im Oberschenkel auf, die zum Stehen bleiben zwingen und der Erkrankung den Namen "Schaufensterkrankheit" gegeben haben. Weil bei Diabetikern häufig auch die Schmerzempfindung gestört ist, bemerken viele die Durchblutungsstörungen an den Beinen nicht.
In der Medizin sind heute eine ganze Reihe von Risikofaktoren bekannt, die die Makroangiopathie fördern. Dazu zählen:
Also nicht nur Diabetes mellitus ist ein Risikofaktor! Die Kombination von mehreren Risikofaktoren vervielfacht die Gefahr, dass sich die Blutgefäße arteriosklerotisch verändern - das haben groß angelegte Untersuchungsreihen bewiesen. Darüber hinaus scheinen Rauchen und hoher Blutdruck auch die diabetische Mikroangiopathie an Auge und Niere ungünstig zu beeinflussen. Es lohnt sich insbesondere für Diabetiker, jeden einzelnen Risikofaktor anzugehen und nach Möglichkeit auszuschalten. Dies gilt vor allem für das Rauchen und Übergewicht. Aber auch Bluthochdruck kann man meist gut und dauerhaft behandeln, ebenso die erhöhten Blutfette.
|
Verwendete Quellen:
|
Als Autor anmelden
|
zum Anfrageformular