Burnout-Syndrom
Beim Burnout-Syndrom handelt es sich um ein psychophysisches Erschöpfungssyndrom, das sich je nach Schweregrad in drei Stadien unterteilen lässt. So spricht man im Stadium 1 von chronischer Stressbelastung, im Stadium 2 von chronischer Stressüberlastung und im Stadium 3 schließlich von einer schweren psychophysischen Erschöpfung, dem manifesten Burnout-Syndrom. Typische erste Anzeichen für ein Burnout-Syndrom sind eine Beeinträchtigung der geistigen Leistungen, Unzufriedenheit mit sich selbst, länger anhaltende Müdigkeit sowie Schafstörungen.
Was ist ein Burnout-Syndrom?
Ein Burnout-Syndrom ist unserer Überzeugung nach ein eigenständiges Krankheitsbild, das über die Stadien der chronischen Stressbelastung und chronischen Stressüberlastung zum sog. Ausbrennen, einer schweren psychophysischen Erschöpfung führt. Das Krankheitsbild Burnout-Syndrom lässt sich also in den Kontext psychophysischer Erschöpfung einordnen. Es ist sinnvoll, in der Entwicklung psychophysischer Erschöpfungssyndrome Stadieneinteilungen vorzunehmen, die mit den vordem genannten Begriffen belegt worden sind. Dem Schweregrad nach unterscheidet man sinnvollerweise die chronische Stressbelastung, Stadium 1, die chronische Stressüberlastung, Stadium 2, und das manifeste Burnout-Syndrom, Stadium 3.
In der öffentlichen Diskussion, auch in der Fachöffentlichkeit, wird die Existenz einer eigenständigen Krankheitseinheit des Burnout-Syndroms immer wieder bestritten. Es liegen jedoch mittlerweile Daten, z. B. aus EEG-Untersuchungen vor, die den Hinweis auf eine eigenständige Krankheitsidentität des Burnout-Syndroms geben. Auch lässt sich mittels moderner diagnostischer Verfahren wie der Herzratenvariabilität oder bestimmter Biomarker das Krankheitsbild der psychophysischen Erschöpfungssyndrome bis hin zum Burnout-Syndrom von anderen Erkrankungen, z. B. der Depression, abgrenzen. Zum Zusammenhang zwischen den psychophysischen Erschöpfungssyndromen und depressiven Störungen werden wir noch im Verlauf des Artikels Stellung nehmen.
Woran erkenne ich, dass ich vom Burnout-Syndrom betroffen bin?
Die Entwicklung in ein Burnout-Syndrom geschieht in verschiedenen Phasen. Zu Beginn bemerkt man Ärger, Rückzug von der Umwelt, eine Beeinträchtigung der geistigen Leistungen, verbunden mit einer Unzufriedenheit mit sich selbst. Aber auch eine länger anhaltende Müdigkeit und Schlafstörungen können bereits Hinweise auf das Burnout-Syndrom geben. Im Verlauf gesellen sich Symptome von Angst und Verzweiflung, Schlafstörungen, Erschöpfung, Schmerzsyndrome ohne andere körperliche Ursachen, Minderung der Freude an der Fähigkeit zur Sexualität hinzu. Andere Symptome wie Tinnitus und
Bluthochdruck können hinzukommen.
Es ist hilfreich, sich immer wieder zwei kleine Fragen zu stellen:
- „Wie hoch ist die Belastung in meinem Leben auf einer Skala von 0 – gar nicht bis 10 - maximal zum jetzigen Zeitpunkt?“ und
- „Wie viel Einfluss habe ich in meinem Leben auf einer Skala von 0 – keinen Einfluss bis 10 – maximal?“
Wenn ich eine hohe Belastung bei geringem Einfluss beschreiben kann, dann befinde ich mich in der Hilflosigkeitszange und somit oftmals am Beginn eines Burnout-Syndroms.
Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es beim Burnout-Syndrom zu einer nachhaltigen und zunehmenden Erosion der Ressourcen psychovegetativer Regulation. Zu Anfang nimmt die Fähigkeit zur parasympathischen Regulation ab. Später kommt es auch zu einer Erosion sympathischer Regulation bis hin zum manifesten Burnout-Syndrom.
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Was sind die Ursachen für ein Burnout-Syndrom?
Das Burnout-Syndrom entsteht in einem Zusammenwirken zwischen der Persönlichkeit des Menschen, seiner genetischen Individualität und seiner Umwelt. Eine anhaltende chronische Stressbelastung ist oftmals der Einstieg ins Burnout-Syndrom. Auf der Seite der Persönlichkeit bringen Burnout-Syndrom-Betroffene oftmals eine überzogene Leistungsbereitschaft, einen Mangel an Abgrenzungsfähigkeit und eine Instabilität des Selbstwerts mit. In der andauernden Belastung bis Überlastung und der fehlenden Abgrenzungsfähigkeit entwickelt sich ein Teufelskreis, in dem der Betroffene Raubbau an seinen psychophysischen Ressourcen treibt. Es kommt dann zu einer zunehmenden Imbalance im vegetativen Nervensystem, die in einer massiven Erschöpfung, dem Burnout-Syndrom, enden kann.
Das Zusammenspiel zwischen Psyche, Immunsystem und Neuroendokrinum (alle an der Produktion, Speicherung und Ausschüttung von Neurohormonen beteiligten Elemente) spielt eine wesentliche Rolle in der Entstehung des Burnout-Syndroms und auch anderer
stress-assozierter Erkrankungen. Steuerhormone aus dem
ZNS (Zentralen Nervensystem) wie CRH oder Nebennierenhormone wie Cortisol, DHEA und Adrenalin sind neben den Neurotransmittern Noradrenalin, Dopamin, Serotonin, GABA oder Glutamat in vorderster Reihe am Burnout-Syndrom beteiligt. Der Zusammenbruch dieser neuroendokrinen Regelkreise und überdurchschnittlich starke Entzündungsreaktionen sind charakteristisch für das Burnout-Syndrom.
Individuelle genetische Unterschiede in den Genen, die an dem Stoffwechsel dieser Signalstoffe beteiligt sind, geben spezielle therapeutische und präventive Optionen.
letzte Aktualisierung: 06.05.2013
Artikelinformationen zu Burnout-Syndrom