Die Tumoren der Brust, umgangssprachlich auch oft als „Knoten“ bezeichnet, gehen in aller Regel vom Drüsengewebe aus – also von den Drüsengängen und den Drüsenläppchen.
Das Wort Tumor ist neutral und bezeichnet lediglich eine Gewebsneubildung.
Es sagt nichts über die Gut- oder Bösartigkeit aus. Ein Tumor gehört aber nicht dorthin wo er gefunden wird und er erfüllt im Körper keine spezielle Aufgabe. Ob er gutartig (
benigne) oder bösartig (
maligne) ist, muss eine mikroskopische Untersuchung (sogenannte
Histologie oder feingewebliche Analyse) erweisen.
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Gutartige TumorenGutartige Tumoren:
Der häufigste gutartige Tumor der Brust ist das sogenannte Fibroadenom. Ohne dass eine Ursache dafür bekannt ist, tritt dieser Tumor am häufigsten zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf. Da dieser Befund gutartig ist, muss er eigentlich nicht entfernt werden. Es sei denn, das Fibroadenom wird zu groß und wächst so schnell, dass es aus kosmetischen Gründen entfernt werden muß.
In aller Regel wird ein Fibroadenom nicht bösartig.
Es gibt weitere gutartige Veränderungen, die jedoch ein erhöhtes Risiko darstellen, weil sie im Verlauf der Jahre bösartig werden können. Hier sollte man diskutieren, ob diese Veränderungen prophylaktisch entfernt werden, um dieses Risiko auszuschließen. Hierzu zählen: die radiäre Narbe, die Epithelhyperplasie, die adenomatöse ductale Hyperplasie und viele mehr.
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Bösartige TumorenDer
Brustkrebs:
Bei den bösartigen (malignen) Veränderungen der Brust, dem sogenannten
Brustkrebs unterscheidet man unterschiedliche Haupttypen:
1. die nicht-invasiven und somit lokalen Krebsarten, die auch Vorstufen genannt werden:
• DCIS (ductales
Carcinoma in situ)
• CLIS (lobulares
Carcinoma in situ)
2. die invasiven Krebsarten:
• Invasives ductales
Mamma-
Karzinom• Lubulär-invasives
Mamma-
Karzinom Die sogenannten. nicht invasiven Krebsarten sind das ductale
Carcinoma in situ und das lobulare
Carcinoma in situ. Ductal heißt, dass der
Krebs von den Milchgängen ausgeht, während lobular bedeutet, dass der
Krebs von den Drüsenläppchen ausgeht. In situ beschreibt, dass die Grenzen des Brustgewebes, d.h. die Milchgänge und die Milchläppchen, noch nicht überschritten sind. Die in situ Carcinome sind also an Ort und Stelle bösartig, bedrohen aber nicht unmittelbar das Leben des Betroffenen, da sie nicht metastasieren, d. h. streuen, können. Diese lokalen Krebsarten, die die Organgrenzen noch nicht überschritten haben, können zweifelsfrei von dem Pathologen unter dem Mikroskop erkannt werden. In situ Carcinome sind durch lokale Maßnahmen, d.h. durch ein Entfernen mit ausreichendem Sicherheitsabstand und gegebenenfalls durch die anschließende
Bestrahlung, heilbar. Auch die Entfernung der Brust kann im Einzelfall beim in situ
Karzinom notwendig werden, um eine ausreichende Sicherheit zum gesunden Gewebe hin zu gewinnen.
Der invasive
Brustkrebs stellt sich hingegen anders dar. Er ist in einen
invasiv ductalen und einen
invasiv lobulären
Brustkrebs zu unterteilen. Der invasive
Brustkrebs hat die Gewebsgrenzen der Brust, d.h. die Drüsengänge und die Drüsenläppchen bereits überschritten und wächst infiltrierend (=sich hineinfressend) in das Gewebe hinein. Auch bei dieser Krebsart besteht der erste Schritt in der Operation der Brust. In 70% aller Fälle kann brusterhaltend ohne Verschlechterung der
Prognose operiert werden, d.h. die Brust muss nicht entfernt werden. Bei einer brusterhaltenden Operation ist immer eine anschließende
Bestrahlung der Brust notwendig. Bei Brustentfernungen kann diese manchmal auch notwendig werden.
Doch der invasive
Brustkrebs ist häufig nicht nur auf die Brust beschränkt. Er kann in andere Teile des Körpers streuen. Über den Blutweg kann er kleinste Tochtergeschwulste in die Knochen, die Leber oder die
Lunge setzen. Über die Lymphbahnen können die Lymphknoten der Achselhöhle und im Rest des Körpers befallen werden. Aus einer örtlichen Erkrankung der Brust wird so eine Erkrankung, die den gesamten Körper betrifft. Daher ist oft neben der lokalen
Therapie (Operation der Brust und
Bestrahlung) und gegebenenfalls die anschließende
Bestrahlung, meist eine sogenannte systemische
Therapie, d.h. eine Behandlung, die den ganzen Körper betrifft, notwendig. Nur so können evtl. bereits verstreute einzelne Krebszellen im Körper eliminiert werden. Der entscheidende therapeutische Unterschied zwischen des in situ und des invasiven Karzinoms ist also die Ausweitung der lokalen
Therapie auf eine
Therapie für den ganzen Körper.
Grundsätzlich gilt, dass ein in situ in ein
invasives Karzinom übergehen kann, sogar in aller Regel übergehen wird. Es ist also extrem wichtig, gerade den in situ
Krebs frühzeitig zu diagnostizieren und zu entfernen, bevor er die Möglichkeit bekommt, sich in einen invasiven
Krebs zu wandeln, der streuen und auf den ganzen Körper übergehen kann. Wenn ein Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung besteht, sollte dieser mit allen uns zur Verfügung stehenden Untersuchungsmöglichkeiten abgeklärt werden, bis sich ein eindeutiges Bild ergibt.