Falls es zu einem örtlichen Rückfall (
Lokalrezidiv) kommt – d.h. in der ursprünglich betroffenen Brust wächst der Tumor erneut –, erfolgt nach Möglichkeit eine nochmalige Operation, evtl. mit Nachbestrahlung. Bei Auftreten von
Fernmetastasen in den Knochen oder in inneren Organen ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich, die den gesamten Organismus erfasst. In Frage kommen hier
Hormontherapie und
Chemotherapie. Wegen der besseren Verträglichkeit wird insbesondere bei hormonempfindlichen Tumoren zunächst eine
Hormontherapie bevorzugt. Wenn der Tumor früher oder später nicht mehr darauf anspricht, weil er "hormonresistent" geworden ist, kommt eine
Chemotherapie zum Einsatz. Diese Behandlung wählt man generell bei nicht hormonempfindlichem
Brustkrebs oder bei sehr raschem Fortschreiten der Metastasierung.
Knochenmetastasen können bestrahlt werden. Beiknochenauflösenden
Metastasen kann man auch Substanzen einsetzen, die diesen Auflösungsprozess unterdrücken (
Bisphosphonate). Beide Maßnahmen sind auch gut gegen die metastasenbedingten Schmerzen wirksam. Neue Möglichkeiten ergeben sich durch Unterdrückung von Wachstumssignalen an die Tumorzellen. In etwa 25 bis 30% der Fälle ist in den Tumoren ein bestimmtes Zelloberflächeneiweiß vermehrt vorhanden, das solche Signale weiterleitet. Dieses Eiweiß kann durch einen bereits als Medikament verfügbaren
Antikörper (Trastuzumab, Hercepton®) blockiert werden und dadurch das Tumorwachstum bremsen.
Eine dauerhafte Heilung ist bei Metastasierung derzeit nicht möglich, aber die Krankheit lässt sich durch abgestufte
Therapie meist über längere Zeit in Schach halten. Es ist das Ziel, bei bestmöglicher Behandlung des Tumors und seiner Symptome die Lebensqualität zu erhalten. Dazu gehört bei Bedarf auch eine Schmerzlinderung mit wirksamen Medikamenten.