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Hormonempfindlichkeit

Hormonempfindlichekeit/Hormonrezeptorstatus:

Wie normale Brustdrüsenzellen können auch die daraus entstandenen Krebszellen durch die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron in ihrem Wachstum gefördert werden. Die Wirkung der Hormone wird über spezielle Bindungsstellen, fachsprachlich Rezeptoren, in die Steuerungszentrale der Zelle vermittelt. Lassen sich Östrogen- und/oder Progesteronrezeptoren in den Zellen nachweisen, bedeutet dies, dass ihr Wachstum durch diese Hormone gefördert wird.

Der Nachweis der Hormonrezeptoren erfolgt üblicherweise durch eine spezielle Anfärbung des Gewebepräparats.
Zeigen mindestens 10 Prozent der Zellen eine Färbereaktion für Hormonrezeptoren, so gilt der Tumor als eindeutig hormonempfindlich, bei einer geringeren, aber doch nachweisbaren Anfärbung als fraglich hormonempfindlich. Keine Anfärbung bedeutet dagegen Hormonunempfindlichkeit.

Der Hormonrezeptorstatus bzw. die Hormonempfindlichkeit des Tumors hat zumindest auf einige Jahre gesehen einen Einfluss auf die Prognose: Das Rückfallrisiko ist bei Tumoren mit Hormonrezeptoren im Vergleich zu solchen ohne Rezeptornachweis besonders in den ersten beiden Jahren nach der Operation zwar erhöht. Tritt aber in dieser Zeit kein Rückfall ein, steigt die Chance, auch weiterhin ohne Rückfall zu bleiben. Bei hormonrezeptorpositiven Tumoren kommt es in den ersten Jahren seltener zu einem Rückfall, aber das Risiko hält über die Jahre weiter an. Nach mehr als 5 Jahren gleicht sich die Prognose hormonempfindlicher und nicht hormonempfindlicher Tumoren an, und noch später wird sie bei fehlender Hormonempfindlichkeit sogar besser, sofern eine längere Zeit ohne Rückfall verstrichen ist.

Wichtiger als für die Prognose ist das Vorhandensein oder Fehlen von Hormonrezeptoren für die Voraussage des Ansprechens auf eine antihormonelle Therapie (siehe Kapitel „Antihormonelle Therapie“): Der Grad der Hormonempfindlichkeit gilt heute als ein entscheidendes Kriterium für die Behandlungswahl. Er bestimmt, ob eine Therapie mit Antihormonen wirksam ist oder nicht (prädiktiver Faktor). Bei hormonempfindlichen Tumoren lässt sich das Rückfallrisiko durch antihormonelle Therapie, die den durch die Hormone vermittelten Wachstumsreiz auf die Zelle unterdrücken, deutlich senken, während sie bei hormonrezeptornegativen Tumoren keinen Nutzen hat: Diese sprechen besser auf eine Chemotherapie an.
letzte Aktualisierung: 25.01.2010
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Verwendete Quellen:

Prof. Dr. med. Prof. h.c. Christof Sohn
Dr. med.
Florian Schütz


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