Bei einigen Patientinnen mit Tumoren, die deutlich größer als 2 cm sind, kann die Durchführung einer
Chemotherapie vor der Operation sinnvoll sein. Die
Chemotherapie kann den Durchmesser des Tumors so sehr reduzieren, dass eine
brusterhaltende Operation erst möglich wird. Eine Brustentfernung kann durch so eine präoperative
Chemotherapie ggf. vermieden werden.
Vor allem Patientinnen, bei denen eine
Chemotherapie nach der Operation sinnvoll erscheint, werden auf die Möglichkeit der präoperativen
Chemotherapie hingewiesen. Denn die
Chemotherapie vor der Operation verkleinert nicht nur den Tumor, sondern zeigt auch, ob die Tumorzellen auf die gegebenen Medikamente reagieren. Zum einen kann der Experte dadurch eine bessere Einschätzung Ihrer
Prognose herstellen, zum anderen ist nachgewiesen, dass Patientinnen bei einer präoperativen
Chemotherapie weniger Nebenwirkungen haben, als bei einer
Chemotherapie nach der Operation.
Auf welchem Prinzip beruht die Chemotherapie?
Auch die
Chemotherapie macht sich wie die
Strahlentherapie zu Nutzen, dass die verwendeten Medikamente (
Zytostatika) Krebszellen eher angreifen als normales Gewebe. Es handelt sich um Zellgifte, die in ganz spezieller Weise in den Zellteilungsprozess eingreifen: Entweder stoppen sie das Wachstum der Zellen oder sie unterbinden eine weitere Vermehrung. Deshalb wirken
Zytostatika vor allem auf sich schnell teilende Zellen. Da Tumorzellen sich ständig vermehren, werden vor allem diese geschädigt. Auf diese Weise können eventuell noch im Körper vorhandene bösartige Zellen gezielt durch bestimmte chemotherapeutische Medikamente im Wachstum gehemmt werden. Ziel der vorbeugenden (adjuvanten=postoperativen oder neo-adjuvanten=präoperativen)
Chemotherapie ist es, das Entstehen von
Metastasen im Körper zu verhindern und somit die Heilungschancen deutlich zu erhöhen, Ziel der
Chemotherapie im metastasierten Stadium ist die Kontrolle der Erkrankung
Mit einer vorbeugenden, adjuvanten
Chemotherapie wird am besten möglichst bald nach der Operation begonnen. Könnte bei sofortiger Operation die Brust nicht erhalten werden, kann die
Chemotherapie zur Tumorverkleinerung auch vor der Operation (neo-
adjuvant) gegeben werden.
Eine
Chemotherapie besteht in der Regel aus sechs bis acht Zyklen. Bei jedem Zyklus bekommen Sie die
Chemotherapie entweder in Tablettenform (selten) oder als Infusion über mehrere Stunden verabreicht. Bis zum nächsten Zyklus liegt eine Pause von einer bis zu drei Wochen, die individuell je nach dem verwendeten Schema für Sie festgelegt wird. Sinn der wiederholten Anwendung ist es, möglichst viele Krebszellen in der Teilungsphase zu treffen, also auch diejenigen Zellen zu schädigen, die bei einer früheren Anwendung in der Ruhephase waren und sich nicht teilten. Zusätzlich erholen sich gesunde Körperzellen in den Pausen in der Regel schneller als Tumorzellen.
In den meisten Fällen erhält eine Patientin zunächst eine
Chemotherapie, danach eine
Strahlentherapie. Eine
Hormontherapie kann gleichzeitig mit der
Strahlentherapie beginnen, sollte aber nicht parallel zur
Chemotherapie erfolgen.
Mit welchen Nebenwirkungen muss ich bei der Chemotherapie rechnen?
Zytostatika wirken gut bei Zellen, die sich schnell teilen. Dies sind nicht nur Krebszellen, sondern Zellen des Verdauungstraktes, der Eierstöcke und der Haarwurzeln. Je nach Patientin können unter
Chemotherapie verschiedene Nebenwirkungen auftreten, die jedoch nach Ende der
Therapie wieder verschwinden und durch Bgleitmedikamente häufig stark abgemildert oder ganz vermieden werden können. Als Nebenwirkungen von
Zytostatika können
Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit,
Fieber, Schleimhautentzündungen,
Durchfall, Infektionen, Schleimhautreizungen und Blutungen auftreten. Außerdem können Blutbildung und Immunabwehr gestört sein.
letzte Aktualisierung: 25.01.2010