Im Kampf gegen die häufigste Krebserkrankung der Frau ist Information heute wichtiger denn je. Denn die Möglichkeiten der Früherkennung und Behandlung von Frauen mit
Brustkrebs haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Die Chancen,
Brustkrebs frühzeitig zu diagnostizieren und erfolgreich zu behandeln, sind gewachsen. Doch die Entscheidungen, die Patientinnen, Ärztinnen und Ärzte gemeinsam zu treffen haben, sind damit auch komplizierter geworden. Nicht alles, was medizinisch machbar ist, ist im Einzelfall auch sinnvoll. Die richtige Balance zwischen sinnvollen Kontrollen und unnötiger Verunsicherung zu finden – darum geht es bei der Früherkennung. Und auch bei der Behandlung von
Brustkrebs müssen mögliche Nutzen und Nebenwirkungen von Operationen, Medikamenten und anderen Maßnahmen in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden. Dabei ist immer häufiger die Entscheidung der Patientin selbst gefragt.
Dieser Text richtet sich an alle Frauen. Denn Sie alle leben mit dem Risiko
Brustkrebs, auch wenn die meisten von Ihnen niemals daran erkranken werden. Und Sie können etwas dagegen tun: Mit Ihren persönlichen Lebensgewohnheiten, mit dem Wissen um besondere
Risikofaktoren, mit regelmäßigen Selbstuntersuchungen, mit der Wahrnehmung von Früherkennungsterminen. Und indem Sie mit Ihren Freundinnen, Schwestern, Müttern oder Töchtern darüber sprechen. Auch und gerade dann, wenn die Krankheit dann doch eine von uns trifft.
Wissen hilft – gegen
Brustkrebs und auch gegen die Angst davor. Die wichtigsten Informationen finden Sie hier. Nehmen Sie sich etwas Zeit und Ruhe für die Lektüre. Es ist eine Investition für das ganze Leben.
Im Folgenden erhalten Sie kurze Informationen über alle möglichen
Vorsorge-Untersuchungen. Unter dem Feld „Diagnose“ sind die einzelnen Untersuchungsmethoden genauer beschrieben.
Was erwartet mich bei der Anamnese? Mit Beginn des gesetzlichen
Krebs-Früherkennungsprogramms soll ab dem 20. Lebensjahr ein Anamnese- und Aufklärungsgespräch über
Risikofaktoren angeboten werden. Der wichtigste Risikofaktor für eine Brustkrebsentstehung ist das Alter. Qualitätsgesicherte
Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen sind, unabhängig von verschiedenen Erkrankungsrisiken, für jede Frau nützlich, deren Alter eine höhere Erkrankungsrate erwarten lässt. Die Anamnese umfasst: Alter, Menarche,
Menopause,
BMI, Zyklusphase, erste ausgetragene
Schwangerschaft, Stillzeit, Krebserkrankungen und
Strahlentherapie,
benigne Brusterkrankungen, prä
maligne Brusterkrankungen, Brustoperationen,
Hormontherapie (Präparate, Zeitdauer, aktuelle Einnahme), sozio-ökonomischer Status, familiäre Krebsbelastung speziell Brust- und Ovarialkarzinom (genetische Risikokonstellation).
Was erwartet mich bei der klinischen Untersuchung beim ArztDie ärztliche palpatorische (tastende) und inspektorische (betrachtende) Untersuchung von Brustdrüse und regionären Lymphabflussgebieten muss Bestandteil jedes Früherkennungsprogramms sein und soll zumindest ab dem 30. Lebensjahr lebenslang in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Studienergebnisse zeigen, dass gerade ab dem 40. Lebensjahr durch die ärztliche palpatorische und inspektorische Untersuchung der Brustdrüse und der Lymphabflussgebiete in Kombination mit der
Mammographie die
Brustkrebs-Früherkennung wirksamer zu gestalten ist.
Brauche ich eine Mammographie?Die
Mammographie ist zur Zeit die einzige für die Erkennung von Brustkrebsvorstufen oder frühen Tumorstadien allgemein als wirksam anerkannte Methode. Prospektiv randomisierte
Studien zeigen, dass mit der Einführung einer Screening-
Mammographie als Röntgen-Reihenuntersuchung eine altersabhängige Brustkrebssterblichkeitsreduktion um 20–40% möglich ist. Aufgrund der randomisierten
Studien ist eine Wirksamkeit der Früherkennungsmammographie für Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, neuerdings auch zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, belegt, aber auch nach dem 70. Lebensjahr anzunehmen. Der individuelle Nutzen der
Mammographie überwiegt ab dem 40. Lebensjahr die sich aus der Strahlenexposition ergebenden Risiken. Das Optimum des Verhältnisses aus Nutzen und Risiko liegt zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.
Ergänzung der medführer-Redaktion:
Die
Mammografie ist die derzeitig sicherste bildgebende Methode
Brustkrebs zu diagnostizieren. Als generelle Früherkennungsmaßnahme wird allerdings nur das
Mammografie-Screening für Frauen zwischen 50-69 Jahren angeboten. Frauen, die jünger oder älter sind, müssen die Kosten für eine
Mammografie selber tragen, wenn kein Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung vorliegt. Wird bei einer Untersuchung ein Knoten oder eine sonstige Unregelmäßigkeit festgestellt und ihr Arzt verordnet zur weiteren Abklärung eine
Mammografie, übernimmt die Krankenkasse auch weiterhin die Kosten.
Erweiterte Diagnostik: Sonographie und MagnetresonanztherapieDie
Sonographie ist eine Zusatzuntersuchung für die Abklärung unklarer Befunde. Als alleinige Methode ist sie für die Früherkennung ungeeignet. Die Kontrastmittel-
Magnetresonanztomographie ist eine Zusatzuntersuchung unter spezieller Indikationsstellung. Der Wert der
Magnetresonanztomographie ist im Rahmen von prospektiv randomisierten
Studien nicht evaluiert.
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letzte Aktualisierung: 11.02.2010