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Grüner Star (Glaukom) - Hintergrund / Einleitung

In der Antike beschrieb der Begriff “glaukoma" eine Erblindung mit blau-grün schillernden Reflexen im vorderen Augenabschnitt. Heute werden über 50 verschiedene Krankheitsbilder dem Gebiet der Glaukome zugeordnet. Die zwei Hauptformen sind das Offenwinkel-(chronisches) Glaukom mit normalem vorderen Augenabschnitt (siehe Abb. 1) und das mit akuter Sehverschlechterung einhergehende schmerzhafte Winkelblockglaukom (Glaukomanfall) bei flacher vorderer Augenkammer. Der Glaukomanfall stellt mit seiner plötzlich eintretenden extremen Drucksteigerung einen Notfall dar und erfordert umgehende augenärztliche Behandlungsmaßnahmen. Kennzeichen des Offenwinkelglaukoms ist ein chronischer Krankheitsverlauf, der zu einer fort-schreitenden Sehnervenschädigung mit nachfolgender Gesichtsfeldeinschränkung führt.

Grüner Star

Normaler Sehnerveneintritt (Papille)

 

Grüner Star

fortgeschrittener Glaukomschaden der Papille

 

Ursache ist häufig eine schmerzlose und damit vom Patienten nicht bemerkte Erhöhung des intraokulären Drucks Sehstörungen treten erst im Spätstadium auf. Unbehandelt kann die Erkrankung zur Erblindung führen. Etwa ein Prozent der Bevölkerung ab dem 40. Lebensjahr und zwei Prozent oberhalb des 70. Lebensjahres leiden an chronischem Glaukom. Die Funktionsfähigkeit der Sehnerven ist Vor-ausetzung für den Vorgang des “Sehens”. Licht-wellen werden durch Hornhaut und Linse auf die Sinneszellen der Netzhaut fokussiert, wo sie biochemische Reaktionen auslösen. Die hierbei entstehenden Impulse werden in den Nervenfaser-bündeln, aus denen die jeweiligen Sehnerven des rechten und des linken Auges gebildet werden, an das Gehirn weitergeleitet. Die Anfälligkeit des Sehnerven für eine druckbe-dingte Schädigung kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein. Das Ziel der Glaukomtherapie ist die Langzeitreduktion des Augeninnendrucks auf den individuell erforderlichen Wert sowie die Ver-besserung der Papillendurchblutung und damit die Erhaltung der verbliebenen Sehfunktion durch die Verhinderung einer weiteren Sehnervenschädigung. Die Behandlung richtet sich nach dem Krank-heitsstadium und umfasst die medikamentöse Therapie (Augentropfen), den chirurgischen Eingriff (Trabekulektomie, tiefe Sklerektomie) und auch die Kombination verschiedener Maßnahmen. Von entscheidender Bedeutung ist die regelmäßige Anwendung der verordneten Medikamente bei gleichzeitiger Kontrolle von Sehnerv, Gesichtsfeldbefund und Augeninnendruck.

Redaktion mit freundlicher Unterstützung von:
Dr. Gerd Auffarth, Universitätsklinikum Heidelberg

letzte Aktualisierung: 04.02.2010
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