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Hornhauttransplantation - Hintergrund

Was ist eine Hornhauttransplantation ?

Unter einer Hornhauttransplantation versteht man die Übertragung einer Hornhaut auf einen Patienten, um dessen Sehkraft zu verbessern. Die Hornhauttransplantation wird auch Keratoplastik genannt, ein Begriff, der aus dem Griechischen kommt, wobei "Kerato" (kerato) soviel wie Hornhaut bedeutet.

Seit wann gibt es eine Hornhauttransplantation ?

Dr. ZirnDie erste erfolgreiche Hornhauttransplantation wurde 1906 von Dr. Ewald Zirn bei einem 45 jährigen Patienten durchgeführt, der eine Kalkverätzung erlitten hatte. Die Abbildung zeigt ein Portrait von Dr. Zirn und seinem Patienten (Beachten Sie bitte den Unterschied zwischen rechtem und linkem Auge). Zu jener Zeit gab es jedoch noch kein Operationsmikroskop und man verwendete für heutige Begriffe sehr grobes Nahtmaterial. Erst in den 60er Jahren wurde unter einem Mikroskop operiert und gleichzeitig sehr dünne Fäden mit einem Durchmesser von 30 µm entwickelt. Innerhalb der letzten 10 Jahre konnten besonders die Medikamente, die den Heilverlauf nach  Hornhauttransplantation beschleunigen, verbessert werden.

Wie wird die Hornhauttransplantation durchgeführt ?

Zunächst muß das geeignete Hornhautgewebe gewonnen werden. Dazu wird von Verstorbenen, deren Tod nicht mehr als 24 Stunden zurückliegt, Hornhautgewebe entnommen. Das kann nur nach vorausgegangener Einwilligung durch einen spezialisierten Augenarzt erfolgen. Das Blut der Verstorbenen wird auf übertragbare Erkrankungen wie AIDS und Leberentzündung (Hepatitis) untersucht.
Nach der Aufbewahrung in der Hornhautbank wird das Gewebe erneut untersucht und zur Operation freigegeben.
Die Operation erfolgt in Vollnarkose unter dem Operationsmikroskop. Zuerst wird das Auge des Patienten vorbereitet und die getrübte Hornhaut entfernt, wobei soviel gesundes Gewebe wie möglich belassen wird. Anschließend wird das Hornhautgewebe dem Auge des Patienten angepaßt. Das in aller Regel runde Hornhautscheibchen wird mit einem 30 µm dünnen Nylonfaden befestigt und dann in die Hornhaut eingenäht, wobei eine sternförmige Naht angelegt wird.
Nach der Operation bleibt der Patient einige Tage im Krankenhaus und wird mit Tabletten und Salben behandelt. Das ist notwendig, um Entzündungsreaktionen zu vermeiden und damit die Hornhaut gut einheilt.

Wer kann eine Hornhauttransplantation bekommen ?

Transplantiert werden Patienten mit unterschiedlichen Formen von Trübungen der Hornhaut. Da die Hornhaut ja gleichsam das Fenster des Auges darstellt, erblinden viele Patienten durch eine Hornhauttrübung. Dabei kann es sich um Veränderungen der Hornhautform wie z. B. den Keratokonus handeln. Eine derartige starke Wölbungsanomalie ist in Abbildung 4  dargestellt. Die Abbildung zeigt links den Befund vor und rechts nach Operation. Ebenfalls häufig sind Trübungen durch eine vermehrte Quellung der Hornhaut (Cornea guttata) oder Entzündungen mit Narbenbildung (Abbildung 5). Daneben kann es zu einer Geschwürsbildung mit drohender Eröffnung des Auges kommen (Abbildung 6).

 Hornhauttransplantation
Abb.4 Patient mit Wölbungsanomalie vor Operation (links) und nach der Operation (rechts)

 Hornhauttransplantation
Abb. 5 Patient mit Hornhautnarbe vor Operation (links) und nach der Operation (rechts)

 Hornhauttransplantation
Abb. 6 Patient mit Hornhautgeschwür vor Operation (links) und nach der Operation (rechts)

Was muß nach der Operation beachtet werden ?

Wie bei der Transplantation von Niere oder Herz, kann es auch bei Patienten nach Hornhauttransplantation zu einer Unverträglichkeit kommen. Diese führt zu einer  Entzündung und dadurch kann die neue Hornhaut wieder eintrüben. Da dies auch noch Jahre nach Operation geschehen kann, ist eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt wichtig. Wenn die Unverträglichkeit rechtzeitig erkannt wird, ist sie gut behandelbar.

Wartezeit

Da leider die Bereitschaft zur Hornhautspende nicht sehr hoch ist, müssen unsere Patienten oft längere Zeit auf eine geeignete Hornhaut warten. Es ist oft nicht bekannt, daß die Gewebsentnahme am Auge von außen nicht sichtbar ist. Gerade Patienten, die an einer Hornhauterkrankung erblinden, sind für eine Hornhautspende überaus dankbar, da eine Hornhauttransplantation  für sie der einzige Weg zur Wiedererlangung der Sehkraft ist.

letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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Prof. Dr. med. Gerd U. Auffarth

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