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Fragen an den Arzt

Wie findet der Patient seinen Arzt?

Der Patient bedarf dringend objektiver Standards, um Qualität einer Behandlung und Qualifikation des behandelnden Arztes ausreichend beurteilen zu können. Von entscheidender Bedeutung ist sicher die Ausbildung des behandelnden Arztes.

Doch Vorsicht, auch hier lauern Fallen!

Ein Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit dem Zusatz Plastische Operationen ist sicher hervorragend qualifiziert, im Gesichtsbereich kosmetische Eingriffe durchzuführen. Doch wie sieht es mit Liposuktion oder Eingriffen an der weiblichen Brust aus?

Der Facharzt für Gynäkologie mit Zusatz Plastische Operationen hat sicher Erfahrungen im Bereich Mammaplastik - aber ist er in der Lage, einen otoplastischen Eingriff "state of the art" durchzuführen?

Die Mitgliedschaft in einer ärztlichen Fachvereinigung oder Fachgesellschaft kann ebenfalls ein Indiz für die Qualifikation eines Arztes sein, denn Fachgesellschaften verfolgen in der Regel das Ziel, die Wissenschaft ihres Faches zu fördern. Doch sind Fachgesellschaften auch dazu da, die Interessen der ihr angehörigen Berufsgruppen zu vertreten, und Interessen von Berufsgruppen sind oft auch wirtschaftlicher Natur.

Ja, es lässt sich der Verdacht nicht ausräumen, dass manche Gesellschaften ausschließlich aus wirtschaftlichen Gründen ins Leben gerufen wurden.

Was muß beachtet werden?

Um sich von der Seriosität einer Gesellschaft zu überzeugen, muß man sich einige Fragen beantworten. Wie lange existiert die Gesellschaft und wie ist ihr Ruf? Welches sind die Aufnahmekriterien für Mitglieder? Besteht die Gesellschaft nur aus Ärzten der Fachgruppe? Hat sie renommierte und exponierte Meinungsbildner des Faches als Mitglieder? Steht sie in internationalem wissenschaftlichen Austausch? Veranstaltet sie Fortbildungsmaßnahmen und wie werden sie genutzt? Ebenso wichtig ist es aber auch, nach Qualitätskriterien bezüglich des behandelnden Arztes zu fragen.

  1. Wird eine umfassende Diagnose gestellt, wird daraus folgend ein Behandlungsplan gemeinsam erarbeitet und auch eingehalten?
  2. Werden die Behandlungskonzepte ausführlich schriftlich dokumentiert und sind sie dann auch verpflichtende Handlungsvorgabe?
  3. Wird eine systematische, nachvollziehbare Dokumentation erstellt?
  4. Werden in dieser Dokumentation Entscheidungsprozesse für den Patienten nachvollziehbar dargestellt?
  5. Werden die Abläufe mit ihrem Zeitaufwand genau dokumentiert?
  6. Werden nur Operationstechniken und -verfahren nach dem neuesten wissenschaftlichen Standard mit entsprechenden Fallzahlen angewandt?
  7. Sind Außenseitermethoden ausgeschlossen? Werden Geräte eingesetzt, die das Behandlungsziel erreichen?
  8. Werden bei Geräten (z.B. Laser) nur die zugelassenen Dosen verabreicht?
  9. Ist das Personal an den Geräten von den Herstellerfirmen ausreichend geschult und immer auf dem neuesten Stand?
  10. Entsprechen die Operationstechniken dem "State of the art", ist der behandelnde Arzt offen für neue Entwicklungen?
  11. Werden nur Materialien und Produkte nach dem Medizinproduktgesetz (MPG) verwendet?
  12. Sind die Operationsräume nach der Vorgabe der entsprechenden Ärztekammer und sind sie begehbar?
  13. Sind die Notfalleinrichtungen definiert, werden sie vom Personal beherrscht, werden regelmäßig Übungen vorgenommen?
  14. Verpflichtet sich der Arzt zur eventuellen Nachbehandlung?
  15. Sind regelmäßige Nachuntersuchungen gewährleistet?
  16. Trägt der ärztliche Leiter die unbedingte Verantwortung für den Eingriff?
  17. Fand ein umfangreiches Aufklärungsgespräch statt und wurde über mögliche Risiken aufgeklärt?

Das Aufklärungs- und Beratungsgespräch

Gerade das Aufklärungs- und Beratungsgespräch kann dem Patienten viel über die Qualifikation des Arztes sagen. Es ist ein wichtiges Instrument zur Qualitätsüberprüfung.
Ein ausführliches Gespräch mit vielen Fragen und Antworten kann das Vertrauen zwischen Arzt und Patient entscheidend fördern und zum Erreichen des Therapiezieles beitragen.

Der Patient hat ein Recht auf eine umfassende Aufklärung, und kein seriöser Arzt wird seinem Patienten die Beantwortung einer ernsthaften Frage verweigern.
Der Patient sollte sich nicht scheuen, konkrete Fragen zu stellen.

  • Welche Art der Ausbildung hat der Arzt genossen?
  • Ist er Facharzt für Plastische Chirurgie, ist er Gynäkologe mit Zusatz Plastische Operationen?
  • Welche Erfahrungen hat er? Wie oft hat er den in Frage kommenden Eingriff schon mit welchem Erfolg durchgeführt?
  • Pflegt er sich regelmäßig weiter zu bilden?
  • In welcher Fachgesellschaft ist er Mitglied? 
  • Ist er bereit, Patienten als Referenz zu benennen, die er behandelt und die er behandelt hat?
  • Wie führt er ein Gespräch? Benutzt er eine klare Sprache, die auch der Patient versteht oder verkleistert er seine Ausführungen durch Fachchinesisch?
  • Spricht er von seinen eigenen Leistungen oder macht er Kollegen schlecht?
  • Hat er Geduld oder drängt er zu einem Operationstermin?
  • Auch sollte man nicht versäumen, nach dem Preis zu fragen. Dabei sind bei zu teuren und zu billigen Angeboten Vorsicht und weiteres Nachfragen erforderlich.

Auf ein solches Beratungsgespräch indes sollte sich der Patient vorbereiten. Unumgänglich ist eine persönliche Bestandsaufnahme.

Das Aussehen welchen Körperteils stört mich? Bringt ein zu kleiner Busen wirklich Identitätsprobleme, die zur Krankheit werden können? Oder stört es nur deshalb, weil der Lebensgefährte sich in der letzten Zeit verstärkt nach Frauen mit größerer Oberweite umdreht?

Belasten die Falten im Gesicht wirklich so, dass eine dauerhafte Einschränkung der Lebensqualität zu fürchten ist? Oder ist man nur einem Modetrend aufgesessen und hat gar prinzipiell Schwierigkeiten sein Alter zu akzeptieren?

Kann man sicher sein, dass mit dem erfolgreichen Eingriff das Problem beseitigt sein wird? Hat man die Konsequenzen bedacht? Ein Facelifting lässt zwar jünger aussehen, macht aber nicht jünger, und es ist unter Umständen nicht leicht, als hunderttausendster Klon von Michael Jackson aufzutreten.

Dies alles sind Dinge, die im Beratungsgespräch mit dem Arzt besprochen werden müssen.

Kein seriöser Arzt wird eine Brustvergrößerung durchführen, wenn für den Wunsch ausschließlich die Drohung eines Mannes verantwortlich ist, die Frau ansonsten zu verlassen. Gleiches gilt umgekehrt für den Wunsch nach einer Penisvergrößerung. Zudem ist es unabdingbar, der Diagnose und dem Urteil des behandelnden Arztes Vertrauen entgegen zu bringen.

Er sieht unter Umständen, dass mit der Korrektur hängender Lidfalten mehr zu erreichen ist als mit dem gewünschten Facelifting zur Glättung vorhandener Falten. Er hat dank seiner beruflichen Erfahrung ein Gefühl für Proportionen, das auch nicht durch persönliche Anteilnahme getrübt wird. Er wird einem zierlichen, grazilen Persönchen nicht zu einem Dolly-Buster-Busen verhelfen, auch wenn sie es wünscht. Gerade im sensiblen Bereich der Plastischen Chirurgie, insbesondere im Bereich der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie ist es wichtig, zwischen Wünschbarem, Machbarem und Sinnvollem zu unterscheiden.

Ein guter, verantwortungsvoller Plastischer Chirurg wird diesem Problem immer Rechnung tragen, ihm kann sich der Patient getrost anvertrauen, denn nur so können Therapieziele dauerhaft erreicht werden.

Ob er den Eingriff in einem öffentlichen Krankenhaus, einer Privatklinik oder einer Praxis durchführen lässt, hängt von persönlichen Präferenzen und vor allem vom Geldbeutel ab. Für den Erfolg ist es nicht entscheidend.

letzte Aktualisierung: 11.08.2014

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