Wie läuft eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) ab?
Die
Arthroskopie kann je nach Gelenk in Teilnarkose, sog. Regionalanästhesie (z.B. „Rückennarkose“) oder Vollnarkose durchgeführt werden. Häufig sind spezielle Lagerungen des Beins oder Arms in Haltesystemen, wie etwa einem sogenannten Beinhalter, für die Operation erforderlich. Zusätzlich wird bei Operationen an Knie, Sprunggelenk, Ellenbogen- und Handgelenk eine Blutsperremanschette, ähnlich der Manschette beim Blutdruckmessen, angelegt, um Blutungen während der Operation zu vermeiden. Dies verbessert die Sicht im Gelenk während der Operation.
Das
Arthroskop besteht aus mehreren Teilen. Einem Hohlrohr (Schleuse oder Trokarhülse) mit innenliegendem Stab (Trokar), verschiedenen Anschlüssen für Spülflüssigkeit und dem optischen System. Die Optik enthält ein Linsensystem, einen Anschluss für das Kaltlichtkabel und den Kameraanschluss. Damit können die Bilder aus dem Gelenk direkt auf einen Monitor übertragen werden. Moderne Kamerasysteme bieten Möglichkeiten der digitalen Video- und Bilddokumentation und deren Bearbeitung und Ausdruck.
Bei der Operation wird zunächst von vielen Chirurgen ein örtliches Betäubungsmittel an der Stelle des geplanten Hautschnittes gespritzt. Hierdurch kann mit Hilfe der Spritzennadel sowohl der Gelenkspalt besser überprüft werden, als auch eine Schmerzlinderung nach der Operation erzielt werden. Dann wird über einen 5-7mm Hautschnitt das Hohlrohr (Schleuse mit Trokar) und das Kamerasystem in das Gelenk eingeführt.

Der Chirurg kann über einen großen
Monitor das Gelenk in vielen Bereichen mit starker Vergrößerung betrachten.

Um die Sicht zu verbessern, Material auszuspülen und den schmalen Gelenkspalt zu erweitern, wird das Gelenk über das Arthroskop ständig mit Flüssigkeit gespült. Nach erster Sichtung des Gelenkraumes und Darstellung der möglichen Erkrankung wird ein zweiter Hautschnitt als Arbeitszugang angelegt und ein kleiner Tasthaken eingeführt. Damit kann der Operateur Gelenkteile abtasten und auf Oberfläche und Stabilität prüfen. Nach Feststellung krankhafter Veränderungen können nun eine Vielzahl von Arbeitsinstrumenten unter Sicht eingebracht und damit zum Beispiel der Innen- oder Außenmeniskus, der Knorpel und viele andere Strukturen operiert werden. Nach Ende der Operation wird die Kamera entfernt, bei Bedarf eine Drainage eingelegt und die kleinen Hautschnitte genäht. Ein steriler Verband wird mit leichter Kompression angelegt.
Medikamente nach einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung)
Nach einer Arthroskopie sind im Normalfall außer Schmerzmitteln meist nur Medikamente zur Thromboseprophylaxe (z.B. Heparinspritzen) im Einsatz. Eine spezielle medikamentöse Routinetherapie ist nicht erforderlich.
Artikelinformationen zu Arthroskopie (Gelenkspiegelung)