Aortenklappenimplantation
Die kathetergestützte Aortenklappenimplantation ist eine bahnbrechende neue Behandlungsmethode, die Patienten eine große, konventionelle Operation mit Herz-Lungen-Maschine erspart und die innerhalb der Fachdisziplinen zu einer Neuorientierung in Richtung eines interdisziplinären Behandlungskonzeptes führt.Degenerative Herzklappenerkrankungen haben zugenommenDer stetig wachsende Anteil älterer Menschen innerhalb der Bevölkerungsstruktur der westlichen Industrieländer hat auch zu einer Zunahme degenerativer Herzklappenerkrankungen geführt. Besonders oft ist die Aortenklappe betroffen. Durch die Entwicklung neuer Technologien und Methoden, sowohl in der
Herzchirurgie als auch in der Kardiologie, konnten in den letzten Jahren immense Fortschritte erzielt werden. Dabei verschwimmen die historischen Grenzen zwischen den Fachgebieten immer mehr: Herzchirurgen wenden in zunehmendem Maße minimal invasive Methoden an, Kardiologen arbeiten vermehrt interventionell. Dadurch ergeben sich völlig neue Therapieansätze und Möglichkeiten der patientenspezifischen Behandlung. Zukunftsweisend ist sicherlich ein gemeinsamer interdisziplinärer Therapieansatz von Herzchirurgen und Kardiologen.
Kooperation zwischen Kardiologen und Herzchirurgen eröffnen neue Möglichkeiten in der Behandlung von HerzerkrankungenSchon seit Anfang der 90er Jahre wurden tierexperimentelle Versuche unternommen, unter Vermeidung der Durchtrennung des Brustbeins (Sternotomie) und der Herz-Lungen-Maschine ein kathetergestütztes Verfahren zur Aortenklappenimplantation zu entwickeln, um eine Behandlungsmethode für Hochrisikopatienten mit Aortenstenose zu etablieren. 2002 wurde von Alain Cribier die erste erfolgreiche Implantation einer
Katheter gestützten Aortenklappenprothese an einem Patienten durchgeführt. Inzwischen wurden weltweit über 4900 Patienten mit Katheter gestützten Verfahren behandelt, wobei Deutschland im Ländervergleich führend ist.
letzte Aktualisierung: 06.05.2013
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