Formen von Demenzerkrankungen
Es werden zwei Formen von Demenzerkrankungen unterschieden:
1. Primäre Demenzformen, entsteht aus sich selbst und verlaufen
progredient
- Degenerative Demenzen, ca. 80 Prozent aller Demenzerkrankungen
- Alzheimer Demenz, ca. 50 bis 60 Prozent
- Vaskuläre Demenz, ca. 20 Prozent der Betroffenen
- Pick Krankheit/Frontotemporale Demenz
- Lewy-Körperchen – Demenz
- Demenz bei Morbus Parkinson
- Nichtdegenerative Demenzen, sind bei rechtzeitiger Diagnose teilweise heilbar oder zumindest der Schweregrad kann verbessert werden:
- Hirntumor
- Schädel-Hirn-Trauma
- Gefäßentzündungen
2. Sekundäre Demenzformen, entwickelt sich aus einer anderen Grunderkrankung heraus, die nicht primär im Gehirn ausgelöst werden, z. B.
- Tabletten- und/oder Alkoholmissbrauch
- Stoffwechselerkrankungen
- Psychiatrische Erkrankungen
Etwa 50 bis 60 Prozent der Demenzkranken leiden an einer Alzheimer-
Demenz. Die Alzheimer-
Demenz ist durch einen hirnorganischen Abbau gekennzeichnet, durch den der Betroffene nach und nach die kognitiven Fähigkeiten, wie Gedächtnisleistung, Orientierung, Sprache etc. verliert. Zusätzlich treten psychische Veränderungen auf.
Der hirnorganische Abbau bei einer Alzheimer-
Demenz bezieht sich auf zwei Bereiche. Zum einen sterben im Gehirn Nervenzellen ab. Die Ursachen sind bis dato nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass Eiweißablagerungen, die sogenannten amyloide Plaques, die sich nachweislich bei Alzheimerkranken an den Nervenzellen absetzen und ausbreiten, zu einem Funktionsverlust und Absterben der Gehirnzelle führen.
Darüber hinaus ist bei einer Alzheimer-
Demenz das Zusammenspiel der Nervenzellen (Neuronen) gestört. Die Kommunikation zwischen Neuronen findet über bestimmte Botenstoffe, sog.
Neurotransmitter, statt. Der Mangel des Neurotransmitters Acetylcholin kann bei Alzheimerpatienten die Ursache für Gedächtnissstörungen, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten sein. Ein weiterer gestörter
Neurotransmitter ist der Botenstoff Glutamat. Bei Patienten mit
Demenz ist die Glutamatkonzentration zwischen den Nervenzellen anhaltend erhöht, so dass die Nervenzelle der ständigen Überreizung nicht mehr standhalten kann, ihre Funktionsfähigkeit verliert und letztlich abstirbt.
Kennzeichen der Alzheimer-
Demenz:
- Langsam schleichender Verlauf
- Krankheitsbeginn mit Merkfähigkeitsstörungen und Wortfindungsstörungen
- Auftreten von Verhaltensstörungen und psychischen Veränderungen
- Körperliche Symptome, wie beispielsweise Gangunsicherheiten oder Bettlägerigkeit
Die medikamentöse Behandlung einer Alzheimer-
Demenz erfolgt durch sogenannte
Antidementiva die gerade im Anfangsstadium wirkungsvoll sein können.
Antidementiva sind
Psychopharmaka die das Fortschreiten der Alzheimer-
Demenz verzögern sollen und in ihrer Wirkweise die kognitiven Einschränkungen, psychische Veränderungen und Verhaltensauffälligkeiten positiv beeinflussen. Um die Begleitsymptomatik wie beispielsweise Angst- und Unruhezustände, Aggressivität, Halluzinationen, Depressivität zu behandeln werden zusätzliche
Psychopharmaka eingesetzt.
Die vaskuläre
Demenz ist nach der Alzheimer-
Demenz die am zweithäufigsten auftretende Demenzform. Aufgrund von multiplen Infarkten oder zerebralen Blutungen, die durch Verschluss der blutzuführenden Gefäße oder einer mangelnden Kreislaufsituation entstehen, kann es zu demenziellen Veränderungen kommen. Das Resultat dieser Unterversorgung des Gehirns ist oft ein
Schlaganfall, der die Demenzsymptome wiederum verstärkt.
Die vaskuläre
Demenz beginnt meist plötzlich und verschlechtert sich stufenhaft im Zusammenhang mit einer weiteren Unterversorgung des Gehirns.
Kennzeichen der vaskulären
Demenz:
- Plötzlicher Beginn und treppenförmiger Verlauf
- Zeitlicher Zusammenhang mit einem Schlaganfall
- Frühes Auftreten von Gangunsicherheit und Inkontinenz
Die medikamentöse
Therapie bei vaskulärer
Demenz ist begrenzt. Es werden nur Medikamente eingesetzt die weitere vaskuläre Schäden vorbeugen.
Antidementiva konnten bislang keine Wirksamkeit erbringen. Um die Begleitsymptomatik einer
Demenz zu verbessern, wie beispielsweise Angst- und Unruhezustände, Aggressivität, Halluzinationen, Depressivität, werden, wenn nicht medikamentöse Behandlungen scheitern,
Psychopharmaka eingesetzt.
letzte Aktualisierung: 29.05.2012