
Die herbstliche Jahreszeit mit ihrem häufig nasskalten Wetter lässt unsere Abwehrkräfte schwinden, an Erkältungen kommt man selten vorbei. Nur allzu oft begleitet Husten eine Erkältung, wenn Fremdkörper wie Viren in die Atemwege eindringen. Rund 200 Virusarten sind inzwischen bekannt, die eine Erkältung hervorrufen können. Ungefähr ein Drittel aller Virusinfektionen führen zu quälendem Husten.
Dem Aussehen nach ähnelt die Lunge einem Baum, der auf dem Kopf steht: die Luftröhre bildet den Hauptstamm und teilt sich in zwei Hauptäste mit zwei Baumkronen – die dort jeweils abzweigenden Ästchen sind die Bronchien. Am Ende der kleinsten Verzweigungen, den Bronchiolen, sitzen traubenartig die Lungenbläschen, auch "Alveolen" genannt. Sie sind für den Gasaustausch in der Lunge notwendig. Man schätzt, das der Mensch etwa 300 Millionen Alveolen hat. Obwohl die Lungenbläschen winzig klein sind, entsteht durch ihre enorme Menge eine Fläche von etwa 100 Quadratmetern – so groß wie ein Tennisplatz. Hier erfolgt der Luftaustausch: Nach dem Einatmen gelangt durch eine sehr dünne Wand der Sauerstoff aus den Lungenbläschen ins Blut. Das Kohlendioxid, ein Abfallprodukt aus den Gefäßen, gelangt umgekehrt in den Lungenbläschen und wird ausgeatmet.
Die Lunge kann aber noch mehr als uns mit Sauerstoff zu versorgen: Sie ist in der Lage, eingeatmete Fremdstoffe auszustoßen. Die Bronchien sind dafür extra mit einer speziellen Schleimhaut, dem Flimmerepithel, ausgestattet. Der vom Flimmerepithel produzierte Schleim ist deutlich zähflüssiger als Speichel. Er nimmt Staub, Rauch und andere Partikel auf, die bei der Einatmung bis in die Lunge vorgedrungen sind. Im Normalfall werden diese Fremdpartikel lautlos entsorgt. Bei einer Erkältung starten die Viren einen Angriff auf die Schleimhäute, diese entzünden sich und produzieren mehr Schleim. Die Aufgabe des Hustens ist, die Atmungsorgane von zuviel Schleim und von Fremdkörpern zu reinigen.
Zu Beginn der Erkältung reizt der Husten die Atemwege, aber es ist noch wenig Schleim vorhanden - der Husten ist "trocken". Im Krankheitsverlauf bildet sich dann als Folge der bestehenden Entzündung vermehrt Schleim, der die Luftwege verengt und die Atmung behindert. In besonders schlimmen Fällen kann sich die Luftnot in pfeifenden Atemgeräuschen äußern.
Treten Hustenanfälle akut auf, sind sie von Fieber, gelblichgrünem, eitrigem, oder sogar blutigem Auswurf begleitet, bei beschleunigter, mühsamer oder schmerzhafter Atmung sowie bei Rassel- oder Pfeifgeräuschen beim Atmen ist ein sofortiger Arztbesuch nötig. Dauert der Husten länger als eine Woche, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter sieben Jahren sollte man ebenfalls ärztlichen Rat hinzu ziehen.
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