Medikamente gegen Halsschmerzen
Einfache Halsschmerzen lassen sich schnell und unkompliziert behandeln. Medikamente sind im Handel freiverkäuflich in Form von Lutschpastillen, Tees, Tropfen oder Saft erhältlich. Bei Lutschpastillen sollte man auf den Wirkstoff der Schleimdrogen wie Eibischblätter, Isländisch Moos oder Malvenblätter zurückgreifen. Sie bilden eine Schleimschicht auf der entzündeten Rachenschleimhaut und lindern somit die Halsschmerzen. Lutschpastillen wirken zusätzlich auch gegen die Entzündung der oberen Atemwege und regen die Speichelproduktion an. Durch den Speichel, der antimikrobielle Stoffe beinhaltet, werden Krankheitserreger aus dem Mund- und Rachenraum herausgespült. Bei Kindern und auch Diabetikern sollte man jedoch darauf achten, zu zuckerfreien Lutschtabletten zu greifen.
Bei stärkeren Halsschmerzen kann man auf Medikamente zurückgreifen, die sowohl eine schmerzlindernde als auch betäubende Wirkung haben. Geeignete Wirkstoffe sind Benzocain und Lidocain, als auch Levomenthol, welches noch einen kühlenden Effekt mit sich bringt. Im Handel erhältlich sind diese Wirkstoffe in Form von Lutschpastillen, Rachensprays oder Mundspülungen. Man sollte jedoch darauf achten, dass viele dieser Mittel für Kinder ungeeignet sind. Lassen sie sich deshalb von einem Arzt oder Apotheker eingehend beraten.
Kurzfristig kann zur Linderung auch auf Schmerzmittel wie Paracetamol und Acetylsalicylsäure (ASS) oder das entzündungshemmende Ibuprofen zurückgegriffen werden. Kindern dürfen Präparate mit dem Wirkstoff ASS wegen einer seltenen, aber gefährlichen Nebenwirkung jedoch nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt verabreicht werden.
Bei ausgeprägten bakteriell bedingten Halsschmerzen sind
Antibiotika unerlässlich. Besonders bei
Scharlach oder Angina geht es ohne eine vom Arzt angepasste Antibiotikatherapie nicht. In allen anderen Fällen, besonders bei durch
Viren hervorgerufenen Halsschmerzen, ist die Einnahme von
Antibiotika eher nicht ratsam.
Bewährte Hausmittel bei Halsschmerzen
Das Gurgeln mit lauwarmen Tees aus Heilpflanzenextrakten, z.B. Kamille, Salbei,
Fenchel oder
Thymian, wurde aufgrund der antibakteriellen Wirkung dieser Pflanzen schon zu Großmutters Zeiten empfohlen. Empfehlenswert ist allerdings nicht nur das Gurgeln dieser Tees, sondern auch das Trinken von stark konzentriertem Kamillen- oder Salbeitee oder der berühmten heißen Zitrone. Ob heiß oder kalt ist nicht entscheidend und richtet sich nach der persönlichen Vorliebe.
Auch das Gurgeln mit Salzwasser gehört zu den bewährten Hausmitteln. Hierbei wird ein Viertel Teelöffel Salz in warmem
Wasser gelöst und anschließend ausgiebig gegurgelt. Man sollte jedoch dringend darauf achten, dass das Salzwasser ebenso wie die oben genannten Pflanzentees eine angenehme lauwarme Temperatur hat, um den Mund- und Rachenraum nicht noch mehr zu reizen.
Viele Menschen benutzen zudem die altbewährten Halswickel, um sich eine Linderung der Halsschmerzen zu verschaffen. Dazu wird ein Küchen- oder Handtuch je nach Bedürfnis in kühles bis warmes
Wasser getränkt, ausgewrungen und um den
Hals gelegt. Darüber wickelt man dann entweder ein zweites, trockenes Tuch oder einen Schal. Der feuchte Wickel sollte zwischen 30 und 40 Minuten einwirken. Statt
Wasser eignen sich natürlich auch verdünnter Zitronensaft oder –öl oder Quark.
Wann zum Arzt?
Bei einfachen Halsschmerzen ist in der Regel kein Besuch beim Arzt nötig. Der menschliche Körper ist in der Lage, sich selbst zu wehren. Treten jedoch eine oder mehrere der folgenden Symptome auf, ist ein sofortiger Arztbesuch nötig:
- die Halsschmerzen werden sehr stark
- es treten Atem- und Schluckbeschwerden auf
- die Halsschmerzen bessern sich innerhalb von zwei bis drei Tagen nicht
- es fällt ihnen schwer, den Mund zu öffnen
- es tritt Fieber über 39°C auf
- es tritt neben den Halsschmerzen ein Hautausschlag auf
- es sind Verfärbungen der Zunge deutlich
- sie leiden unter plötzlicher oder sehr starker Heiserkeit
- die Mandeln sind mit einem eitrigen Belag überzogen
- es sind deutlich vergrößerte, schmerzhafte Lymphknoten am Hals oder Nacken auf
- sie leiden mehr als viermal im Jahr an Halsschmerzen
Haben sie ein geschwächtes
Immunsystem, z.B. durch eine Krebserkrankung oder
Diabetes, sollten sie bereits bei leichten Halsschmerzen zum Arzt gehen. Dies gilt ebenso für Säuglinge und Kinder als auch während der
Schwangerschaft.
Tipps gegen Halsschmerzen
Trinken sie viel, am besten warmen Kamillen, Salbei- oder Ingwertee. Lutschen sie Bonbons, um den Speichelfluss anzuregen. Verzichten sie unbedingt auf das
Rauchen, um den Rachen nicht noch mehr zu reizen. Halten sie ihren
Hals mit einem Schal warm. Bei Heiserkeit sollten sie möglichst wenig sprechen und auf das Flüstern komplett verzichten, denn dies verstärkt die Beschwerden sogar. Und vor allem: Gönnen sie sich Ruhe, damit sie so schnell wie möglich wieder fit sind!
letzte Aktualisierung: 07.05.2012
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