
Bis zu viermal im Jahr schlagen die Erkältungsviren zu - besonders wenn die Abwehrkräfte durch ständigen Witterungswechsel geschwächt sind. Rasch verbreiten sie sich über die Atemwege, wobei fast immer ein lästiger Husten - manchmal eine akute Bronchitis entsteht. Sie tritt besonders häufig bei feucht-kalter Witterung, im Frühjahr oder Herbst auf.
Von Sonne bis Regen - diese Jahreszeit hat alles in sich. Empfindliche Menschen wie leiden durch den ständigen Wetterwechsel unter Kreislaufbeschwerden und Müdigkeit. Jeder Zweite leidet unter der gefürchteten Frühjahrsmüdigkeit, deren Ursachen nicht vollständig aufgeklärt sind. Vermutlich weil die hormonelle Umstellung von Winter auf Frühling eine Belastung für den Körper darstellt.
Die dunklen Wintermonate haben unseren Vorrat an Muntermachern im Gehirn aufgebraucht, die durch den verstärkten Lichtanfall erst langsam wieder ansteigen. Von einer Minute zur anderen lockt der April mit warmen Sonnenstrahlen. Nicht angenehm für Menschen mit Kreislaufproblemen: Die plötzlich eintretende Wärme sorgt für einen Blutdruckabfall, weil sich die Blutgefäße weiten.
Das Immunsystem schlecht ausgeschlafener Menschen ist schlechter gegen Infekte gerüstet. Vermutlich weil weniger abwehrstärkende Wachstumshormone gebildet werden. Erkältungsviren haben so leichteres Spiel. Immerhin hat der Körper gegen die einströmenden Krankheitserreger spezielle Schutzvorrichtungen eingerichtet: In der Nase wird die Luft dank vieler Flimmerhärchen von Staub und Bakterien gereinigt.
In den Bronchien kann die Lunge noch weitere Fremdkörper auffangen, die den Filtern der oberen Luftwege entgangen sind. Dies geschieht mit Hilfe eines klebrigen Schutzfilms und Flimmerhärchen, die den Schmutz in Richtung Rachen befördern. Die wichtigste Schutzpolizei der Atemwege ist jedoch der Surfactant, ein Bestandteil des Bronchialsekrets. Er verhindert, dass sich Viren auf der Schleimhaut festsetzen. Werden unsere Atemwege von Krankheitserregern attackiert, wehren sie sich außerdem durch den Hustenreflex, um sie schnell wieder loszuwerden.
Aus einem banalen Infekt kann leicht eine akute Bronchitis entstehen - eine Entzündung der Bronchialschleimhaut. Begünstigt wird eine akute Bronchitis durch Kälte, Feuchtigkeit, krankheitserregende Gase und Dämpfe oder Smog. Daher sind Herbst und Frühjahr die begehrtesten Jahreszeiten für die Auslöser der Bronchitis - in 90 Prozent der Fälle übrigens Viren und nicht Bakterien. Eine Therapie mit Antibiotika ist daher in den meisten Fällen wirkungslos.
Das Hauptsymptom ist quälender Husten, der vor allem in den Morgenstunden auftritt - gepaart mit anderen Erkältungssymptomen wie Fieber, Brennen hinter dem Brustbein, Gliederschmerzen, Brennende Augen, Schnupfen und oft Heiserkeit.
Der anfangs trockene Reizhusten löst sich nach einigen Tagen und der Betroffene produziert nach einigen Tagen beim Abhusten einen weißlichen Schleim. Dadurch verkleben allmählich die Flimmerhärchen. Der Husten sollte jetzt gefördert werden, um den von Krankheitserregern besetzten Schleim zu entfernen - ansonsten staut sich der Schleim und bildet einen Nährboden für Bakterien, die eine Bronchitis verschlimmern. Merkmal ist ein gelblich-grüner Auswurf und eine Verschlechterung des Allgemeinbefindens.
Spätestens jetzt sollte der Hausarzt konsultiert werden, der zu diesem Zeitpunkt häufig "Rasselgeräusche" feststellt. Mit länger dauernden Husten ist nicht zu spaßen - auch nicht im April, denn er stresst den Körper und kann die schützenden Schleimhautschichten schädigen. Verhindert werden sollte vor allem, dass sich der Schleim festsetzt - der Arzt hört dann ein leichtes Pfeifen oder auch ein Brummen in der Lunge. Deshalb werden in der Regel Schleimlöser eingesetzt, die den zähen Schleim lösen. Bakterien und Viren setzen sich weniger leicht fest und werden effektiver abtransportiert.
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Verwendete Quellen: Quelle: Redaktionsbüro Dr. Kaske |
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