Antibiotika greifen da an, wo sich Bakterien und Menschen grundsätzlich unterscheiden
Antibiotika unterstützen das Immunsystem bei der Bekämpfung von infektionsverursachenden Bakterien. Der Begriff Antibiotika leitet sich von den griechischen Wörtern anti – gegen und bios – Leben ab. Antibiotika richten sich somit gegen das Überleben von krankmachenden Bakterien und ermöglichen das Gesunden des erkrankten Patienten.Grundsätzlich unterscheidet man zwei Wirkweisen von Antibiotika. Zum einen hemmen sie das Wachstum oder die Vermehrung von Bakterien (bakteriostatische Wirkung) zum anderen bewirken sie ihr Absterben (bakteriozide Wirkung). Viele Antibiotika wirken sowohl bakteriostatisch als auch bakteriozid. Dabei macht man sich den einzigartigen Aufbau von Bakterienzellen zu nutzen. Antibiotika setzen in ihrer Wirkweise da an, wo sich Bakterienzellen grundsätzlich von menschlichen und tierischen Zellen unterscheiden, was die relativ gute Verträglichkeit von Antibiotika erklärt.
So wirken Penicilline zum Bespiel in dem sie während der Vermehrungsphase der Bakterien den Aufbau der Zellwand behindern. Die
Membran der Bakterien wird löchrig, was zum Wassereinstrom in die Zelle führt. Irgendwann platzt das Bakterium und stirbt. Tetrazykline hingegen unterbinden den Aufbau von Eiweißen im Bakterium. Dies bewirkt einen Wachstumsstillstand.
Bakterien – Mikroorganismen mit eigener Fortpflanzung und eigenem StoffwechselNicht alle Bakterien machen krank. Die meisten Bakterienarten sind unverzichtbar für Prozesse in unserer Umwelt und Natur. Auch in und auf dem menschlichen Körper spielen Bakterien eine wichtige Rolle. Darm- und Hautbakterien bilden die wichtige Darm- und Hautflora, die wenn Sie gestört ist, zu Darm- und Hauterkrankungen führen kann.
Bakterien sind Kleinstlebewesen (Mikroorganismen). Zumeist bestehen Sie nur aus einer Zelle, die von einer Hülle (Menbran) umschlossen ist. Bakterien verfügen über einen eigenen Stoffwechsel und betreiben eigene Fortpflanzung.
Unter guten Lebensbedingungen vermehren sich die meisten Bakterien extrem schnell durch Teilung. Ihre Zahl steigt dabei exponentiell. Aus eins wird zwei, aus zwei wird vier, aus vier wird sechzehn und aus sechzehn wird 256 u.s.w. Dadurch können genetische Veränderungen (Mutationen), die für das Überleben der Bakterienart von Vortei sind, sehr schnell weitergegeben werden. Bakterien sind daher sehr anpassungsfähig.
Die Lebensweise und Stoffwechselvorgänge von Bakterien können sehr unterschiedliche sein. Die sogenannten aeroben Bakterien benötigen Sauerstoff zum überleben, während anaerobe Bakterien in einer sauerstoffhaltigen Umgebung, zum Beispiel Luft, absterben.
Eine weitere Einteilung beschreibt die Form einzelner Bakterienarten. Kugelige Bakterien werden als Kokken bezeichnet, zylinderartige als Bazillen und wendelförmige als Spirillen oder Spirochäten.
Warum wirken Antibiotika nicht gegen Viren?
Viren haben im Gegensatz zu Bakterien keinen eigenen Stoffwechsel und können sich ebenso wenig selbständig fortpflanzen. Sie schleusen sich in eine Wirtszelle ein, in der sie die Kotrolle übernehmen. Beim Menschen begibt sich das Virus also in die menschliche Zelle und ist so gegen Antibiotika geschützt, die die menschlichen Zellen ja nicht angreifen.
Hier liegt auch das Problem der medikamentösen
Therapie gegen Viruserkrankungen. Um die
Viren abzutöten, muss im Grunde auch die Zelle in die sich das Virus eingenistet hat abgetötet werden. Darum wirken Virostatika auch nur einer Vermehrung der
Viren entgegen und töten diese nicht. Des weiteren haben Sie starke Nebenwirkungen und werden nur dann eingesetzt wenn das
Immunsystem des Patienten nicht in der Lage ist das Virus zu bekämpfen.
Beim HIV-Virus werden virostatische Medikamente eingesetzt, um den Ausbruch der Krankheit AIDS so lange wie möglich heraus zu zögern. Eine Heilung, also eine vollständige Abtötung des HIV-Virus, ist allerdings zur Zeit noch nicht möglich.
letzte Aktualisierung: 26.01.2010
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