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Plastische Chirurgie - Planung

Operationsplanung und Risikoabwägung

Aus der Sicht des Arztes wird das erste Beratungsgespräch unter dem Aspekt verlaufen, dass er Ihnen von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten jenes Verfahrens darlegt, welches nach seiner Erf a h rung am besten den gewünschten Behandlungserfolg gewährleistet.
Die Erfolgsaussichten jeder ästhetisch-plastischen Operation sind bei jedem Behandlungsfall ganz individuell unter den gegebenen Möglichkeiten abzuwägen.

Der Arzt muß imstande sein, in der kurz e n Zeit des Beratungsgespräches den geplanten Eingriff sozusagen im Geiste bei Ihnen durchzuführen und das von ihm versprochene Resultat vorauszusehen. Dabei wird ihm nicht selten eine heikle Entscheidung in sehr kurzer Zeit abverlangt. Hiermit sind nicht die Standardsituationen von typischen Behandlungsfällen wie zum Beispiel große Höckernasen, ausgesprochen kleine oder große Busen oder stark hängende Lider gemeint. Behandlungswunsch und Behandlungsmöglichkeiten sind in diesen Fällen in der Regel problemlos in Übereinstimmung zu bringen. Dagegen sind Grenzfälle problematisch, wo der Arzt zwar Behandlungsmethoden zur Verfügung, aber doch kein wirkliches Resultat in Aussicht stellen kann. Wenn in solchen Situationen nicht von vornherein energisch auf die begrenzten Erfolgsaussichten hingewiesen wird, wenn sich der Arzt möglicherweise entweder durch Drängen des Patienten oder durch eigene wirtschaftliche Überlegungen in einen problematischen Behandlungsfall hineinbegibt, dann wird ein schmaler Grat zwischen Erfolg und Misserfolg beschritten. Als Patient sollten Sie genau die Untertöne oder das Zögern im Verlauf des Beratungsgespräch deuten. Scheuen Sie sich nicht, den Arzt auf eine konkrete Aussage der Erfolgsaussichten festzulegen. Er wird Ihnen nichts garantieren könne; das liegt in der Natur der Sache. Selbst der erfahrenste Arzt ist nicht unfehlbar, auch kann er den Operations- und Heilungsverlauf nicht mit einer Genauigkeit voraussehen wie ein Bildhauer seine Plastik oder ein Handwerker sein Werkstück.

Für alle operativen Eingriffe gibt es statistische Erfahrungen über Erfolgsaussichten und Risiken. Je größer die Erfahrung des Arztes ist, um so sicherer und zielgenauer wird er den operativen Ablauf gestalten und die postoperative Nachbehandlung verfolgen können. Sie sollten sich aber bewusst sein, dass Sie mit dem Arzt einen Behandlungsvertrag abschließen, dem juristisch der sogenannte ‚Dienstvertrag’ zugrunde liegt. Der Dienstvertrag regelt die Erbringung einer Leistung nach den Regeln der Kunst ohne ein bestimmtes Resultat zu garantieren. Demgegenüber steht der im Gewerbe übliche ‚Werksvertrag’, bei dem der Leistungserbringer den Erfolg des übernommenen Auftrages garantiert. Um diesen Erfolg tatsächlich zu erreichen, ist der gewerbliche Betrieb auch zum Nachbessern verpflichtet.

Aus der Sicht des Patienten ist diese Problematik schon beim ersten Beratungsgespräch gegenwärtig. Naturgemäß interessiert ihn am meisten, welches Ergebnis der Korrektur er erwarten kann. "Wie sehe ich nach der Korrektur aus?" Diese Frage kann vom Arzt unter Zuhilfenahme verschiedener Hilfsmittel in der Regel zufriedenstellend beantwortet werde. Bei Standardsituationen, und dies sind doch neunzig Prozent der Patienten in unserer Sprechstunde, wird es möglich sein, vergleichbare frühere Fälle im Foto vor und nach der Operation zu demonstrieren, so dass der Patient sich ein Bild machen kann. Eine individuelle Analyse ist vor allem bei korrigierenden Eingriffen des Gesichtes durch Videoanalyse und computergesteuerte grafische Systeme möglich. Wie ein Puzzlespiel kann auf dem Bildschirm das Profil so verändert werden, dass man die Auswirkungen des Eingriffes konkret demonstrieren kann. Bedenken Sie aber, dass diese Planspiele immer nur zweidimensionale Vorstellungen vermitteln können, während jeder Eingriff unter dreidimensionalen Bedingungen geplant und durchgeführt werden muß. Außerdem darf als Kritik zu all diesen Systemen angemerkt werden, dass die Fähigkeit, einen Computer korrekt zu bedienen nicht automatisch eine vergleichbare Fertigkeit des Operierens gewährleistet. Nicht selten wird der Patient später feststellen müssen, dass Computeranalyse und definitives Operationsergebnis voneinander abweichen.

Immer wieder kommt es vor, dass Patienten beim ersten Beratungsgespräch keine Vorstellung entwickeln können, wie sie nach dem korrigierenden Eingriff aussehen werden, obwohl man ihnen vergleichbare Ergebnisse im Foto, Video und eine individuelle Computerstudie vorlegt.

Dies hängt nicht nur mit dem unterschiedlichen plastischen Vorstellungsvermögen der Patienten zusammen, es ist wahrscheinlich auch ein Hinweis für die Unsicherheit und Unentschlossenheit des Patienten, für sich das Richtige zu entscheiden. Auch wenn der Arzt ein überzeugendes Behandlungskonzept und gute Erfolgsaussichten darlegen kann, ist damit die Angst vor dem Eingriff oder vor dem Misslingen desselben nicht ausgeräumt. Man wird dann dem Patienten, je nach Temperament und Einstellung, Zeit geben, sich mit dem Dargelegten auseinander zusetzen und gegebenenfalls ein weiteres Beratungsgespräch zu einem späteren Zeitpunkt anbieten. Regelmäßig erteile ich in solchen Situationen den Hinweis, bei der zweiten Konsultation einen Angehörigen oder sonstigen Ve rtrauten mitzubringen, damit dieser in die Umstände des Eingriffes und in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden kann. Wenn Eheleute gemeinsam zum ersten Beratungsgespräch erscheinen, ist dies immer ein guter Hinweis, dass die grundsätzliche Problematik einer ästhetischen Korrektur erörtert und gewichtet worden ist. Während des Beratungsgespräch sollte versucht werden herauszufinden, ob der Partner den geplanten Eingriff befürwortet oder eher kritisch beurteilt. Entsprechend differenziert muß dann das Beratungsgespräch geführt werde. Eine besondere Problemsituation stellt die Darlegung der mit jedem Eingriff verbundenen Risiken dar. Die Aufklärungspflicht bei sogenannten Wahloperationen, das heißt bei Eingriffen, die nicht wegen einer Erkrankung vorgenommen werden, ist von juristischer Seite besonders hoch angesiedelt worden. Es muß auch über seltene Risiken aufgeklärt werden, obwohl dies vom Patienten häufig gar nicht gewünscht wird. Dennoch muß der Arzt nachweisen und dokumentieren, dass er entsprechend aufgeklärt hat. Viele Ärzte verwenden zu diesem Zweck die inzwischen standardisierten Aufklärungsbögen, die für die gängigen plastisch-chirurgischen Eingriffe entwickelt worden sind. Zu berücksichtigen ist, dass solche Standardaufklärungsbögen nichts über die individuelle Technik des Arztes und die damit verbundenen Risiken aussagen. Fragen Sie deswegen Ihren Arzt gezielt, wie er die individuellen Erfolgsaussichten und Risiken beurteilt, wie lange nach seiner Meinung der Wundheilungsprozess und die Abschwellung in Ans p ruch nehmen, wie lange Sie an Ihrem Arbeitsplatz fehlen werden, und wann Sie wieder voll an sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten teilhaben können.

Um dies beurteilen zu können, muß der Arzt zuvor von Ihnen wissen, ob Vorerkrankungen bestehen, die den Operationsablauf und Heilungsverlauf möglicherweise beeinträchtigen, ob Medikamenten- oder Pflasterallergien bestehen und ob Sie regelmäßig Medikamente einnehmen. Bei früheren Operationen beobachte Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen müssen bei der Risikoabwägung und Prognose berücksichtigt werden.

Besonders sind für den Arzt folgende Medikamente von Bedeutung, die Sie einnehmen wegen:

– Herz - Kreislauf-Erkrankungen; z.B. blutgerinnungshemmende Medikamente nach Herzinfarkt und Thrombosen: Marcumar, Sintrom, Asasantin, Colfarit, Godamed, Monobeltin.
– Schmerzzuständen, grippalen Infekten; alle Schmerz-, Grippe- und Rheumamittel,die Acetylsalicylsäure enthalten, wirken blutgerinnungshemmend und verursachen intraoperative Blutungen oder Nachblutungen. Sie dürfen auf keinen Fall 2 Wochen vor und nach einer Operation ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden. Acetylsalicylsäure ist in zahlreichen rezeptfreien Medikamenten enthalten Das bekannteste unter ihnen ist Aspirin.
– S t o ffwechselerkrankungen; z.B. Diabetesmedikamente
– Rheuma, Allergien; z.B. Cortisonpräparate, Schmerz- und Rheumamittel siehe oben.
– Schwangerschaftsverhütung; Antibabypille.


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