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Akne - Behandlung / Therapie

Die Behandlung der Akne ist kein kosmetisches Problem, sondern eine medizinische Notwendigkeit. Vor allem, wenn bei Jugendlichen, die gerade erste Kontakte zum anderen Geschlecht knüpfen, stärkere Entzündungen und Narben auftreten, darf man den seelischen Leidensdruck nicht gering schätzen.

Die Behandlung der Akne ist langwierig und erstreckt sich über Monate und Jahre. Die Betroffenen müssen regelmäßig zum Hautarzt gehen. Mit der Behandlung sollte man rechtzeitig beginnen, um stärkere Entzündungen und entstellende Narben zu vermeiden.

Äußerliche Behandlung

Am Anfang steht die Reinigung der fast immer übermäßig fetten Haut mit einem milden synthetischen Waschmittel (Syndet). Alkoholische Lösungen verringern den Fettfilm auf der Haut und wirken antiseptisch.
Mit schälenden Präparaten, zum Beispiel Vitamin-A-Säure, beseitigt man die krankhafte Verhornung am Ausführungsgang der Talgdrüsen. Dadurch erreicht man, dass der Talg ungehindert auf die Hautoberfläche abfließen kann und sich keine Mitesser bilden. Bei der Behandlung mit Vitamin-A-Säure kommt es zunächst zur Verschlechterung der Hauterscheinungen, die Haut kann sich röten und schuppen. Brechen Sie also die Behandlung nicht ab in der Annahme, dass Sie das Mittel nicht vertragen.

Ähnlich, aber zusätzlich antibakteriell, wirken neben Resorcin und Salicylsäure auch benzoylperoxidhaltige Präparate. Auch hier kann es anfangs zu Reizung, Austrocknung, Rötung, Schuppung und Spannungsgefühlen der Haut kommen. Nach einigen Wochen zeigen sich jedoch sehr gute Ergebnisse. Des weiteren kommen antibiotikahaltige Cremes oder Gels zum Einsatz. Häufig eingesetzter Wirkstoff ist dabei Erythromycin.

Innerliche Behandlung

Bei schweren, entzündlichen Formen kommen bakterienabtötende Medikamente (Antibiotika) zur innerlichen Behandlung zum Einsatz. Das wichtigste Mittel ist Tetracyclin. Es gelangt auf dem Blutweg an die Follikel und wird dort, im eigentlichen Entzündungsbereich, angereichert. Leider bewirken Tetracycline manchmal eine erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut. Man kann sie daher nicht im Sommer oder begleitend zu einer Lichttherapie einsetzen. Die Tetracyclinabkömmlinge Minocyclin und Doxycyclin sind etwas besser lichtverträglich. Gelegentlich reizen Tetracycline auch die Magenschleimhaut. Bei Magengeschwüren oder Magenschleimhautentzündung verbietet sich daher ihre Anwendung.

Eine innerliche Behandlung mit weiblichen Sexualhormonen, die den Hormonhaushalt regulieren sollen, ist nur bei Frauen möglich, denn Männer würden dabei verweiblichen.

Es bieten sich östrogenbetonte Pillen an, eventuell kombiniert mit Substanzen, die gegen das männliche Hormon wirken (sogenannte Antiandrogene). Darunter fallen Präparate, die Chlormadinonacetat oder Cyproteronacetat enthalten, die der Arzt mit gutem Erfolg verordnen kann. Nach einigen Tagen bessert sich der übermäßige Talgfluss, und im Lauf von Wochen bis Monaten bilden sich auch die Akneerscheinungen zurück. Wenn die Patientin die Antibabypille absetzt, kann die Akne allerdings innerhalb weniger Wochen wieder auftreten. Die wichtigsten möglichen Nebenwirkungen sind Gewichtszunahme, Betonung der weiblichen Formen, Kopfschmerzen und verstärkte Venenleiden. Frauen mit Leberschäden, Brustkrebs oder Thrombosen in der Vergangenheit dürfen die Pille überhaupt nicht nehmen.

Behandlung schwerer Aknefälle

Ein sehr wirksames Medikament gegen schwere Formen der Akne ist Isotretinoin (z.B. Roaccutan, Roche). Es hilft auch in besonders ausgeprägten Fällen, indem es die Talgproduktion vermindert, die Talgdrüsen verkleinert, die Verhornungsstörung am Haarausgang normalisiert und krankmachende Bakterien reduziert. Bereits nach zwei Wochen tritt eine sichtbare Besserung ein. Als unerwünschte Nebenwirkung können Haut und Schleimhäute austrocknen. Schwangere Frauen, Frauen im gebärfähigen Alter und stillende Mütter dürfen kein Isotretinoin einnehmen, weil dieses Medikament das Kind schädigen würde. Außerdem müssen die Patienten vor, während und nach der Behandlung ihr Blut regelmäßig kontrollieren lassen. Leber- und nierenkranke Patienten können nicht mit Isotretinoin behandelt werden.

Kosmetische Behandlung

Mitesser oder Pusteln sollte man am besten von einer geschulten Fachkraft behandeln lassen. Keinesfalls darf man ohne entsprechende Vorbereitungen selbst an den Mitessern herumdrücken. Wird der Talg nämlich nicht nach außen, sondern in die Umgebung des Follikels gequetscht, können langdauernde Entzündungen entstehen, die braunverfärbte Haut und Narben hinterlassen können.

Lichttherapie

In vielen Fällen kann eine unterstützende UVA- oder UVB-Behandlung hilfreich sein.

letzte Aktualisierung: 19.06.2013

Verwendete Quellen:
  • O. Braun-Falco, G. Plewig, H. Wolff: Dermatologie und Venerologie, Springer Verlag 1997
  • A. Bopp, V. Herbst: Handbuch Medikamente, Stiftung Warentest 2002
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

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