Lediglich eine
Urinuntersuchung ist bei einer relativ neuen Methode zur Früherkennung von
Prostatakrebs, dem so genannten DiaPat®-Test, erforderlich. Das erst vor wenigen Jahren entwickelte Testverfahren basiert auf der molekularbiologischen Analyse der im Urin gelösten Eiweißstoffe (
Proteine). Im Gegensatz zu herkömmlichen Urintests, bei denen nur einzelne Eiweiße oder aber die Gesamtproteinmenge nachgewiesen werden, erfasst der DiaPat®-Test tausende verschiedener
Proteine, die je nach Gesundheitszustand individuelle unterschiedliche komplexe Muster bilden. Die computergestützte Auswertung solcher Proteinmuster gibt Hinweise auf das Vorliegen bestimmter Erkrankungen. Seit seiner Entwicklung konnte der DiaPat®-Test in mehreren Studien sehr günstige Ergebnisse liefern und ist mittlerweile in der EU offiziell zugelassen.
Laut Herstellerangaben (mosaiques-diagnostics; http://www.diapat.com) lassen sich mit dem DiaPat®-Test neben Prostatakarzinomen auch Blasenkrebs,
diabetes- und entzündlich bedingte Nierenerkrankungen, Morbus Alzheimer sowie Abstoßungsreaktionen bei Nieren- oder Stammzelltransplantationen durch eine einfache
Urinuntersuchung frühzeitig erkennen. Beim Nachweis von
Prostatakrebs wird für den DiaPat®-Test eine Treffsicherheit von 90 Prozent angegeben. Damit wäre diese
Urinuntersuchung genauer als die PSA-Bestimmung oder auch die
Biopsie. Männern, bei denen erhöhte PSA-Werte gefunden wurden, könnte mit dem DiaPat®-Test eventuell die nicht risikofreie Gewebeentnahme erspart bleiben.
Der Stellenwert des DiaPat®-Verfahrens bei der Früherkennung von Prostatakarzinomen wird in Fachkreisen allerdings derzeit noch kontrovers diskutiert. Die gesetzlichen Krankenkassen haben den DiaPat®-Test bisher nicht in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Patienten, die das Verfahren als individuelle Gesundheitsleistung (
IGeL) in Anspruch nehmen möchten, müssen die Kosten für diese spezielle
Urinuntersuchung (etwa 440 Euro für den Einzeltest auf
Prostatakrebs) selbst tragen.
letzte Aktualisierung: 07.05.2012
Artikelinformationen zu Prostatakrebs Vorsorgeuntersuchung