Magnetresonanzspektroskopie der Prostata
Mit der Magnetresonanzspektroskopie (MRS) ist es in Ergänzung zur
Magnetresonanztomografie (
MRT) möglich, bestimmte in der
Prostata vorkommende Stoffwechselprodukte sichtbar zu machen. Mit deren typischen Verteilungsmustern lassen sich gesunde Bereiche der
Prostata und vom Tumor befallene Gewebeareale unterscheiden. Grundlage dafür ist, dass einzelne Stoffe vermehrt von gesunden Zellen, andere vor allem von Tumorzellen gebildet bzw. angereichert werden. So liegt etwa Zitrat in gesunden Epithelzellen der
Prostata in höheren Konzentrationen vor als im Tumorgewebe. Umgekehrt tritt Cholin besonders im wachsenden Tumor auf. Aus den jeweils mehr oder weniger starken Signalen dieser Stoffe in den spektroskopischen Bildern lassen sich deren relative Konzentrationen berechnen, die Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Tumorerkrankung erlauben.
In Kombination mit den durch die
Magnetresonanztomografie erhaltenen anatomischen Daten ist es möglich, exakte Aussagen über die Ausdehnung eines Prostatakarzinoms zu treffen. Die kombinierte
MRT-/MRS-Technik ist somit besonders gut zur Charakterisierung und Therapieplanung von Prostatatumoren geeignet, die bereits mit anderen
Methoden diagnostiziert wurden. Bisher gibt es allerdings weltweit nur wenige medizinische Einrichtungen, die über Erfahrung in der Anwendung der Magnetresonanzspektroskopie bei
Prostatakrebs verfügen. Deshalb lassen sich die Vorteile dieses Verfahrens statistisch nicht ausreichend belegen. Aus diesem Grund kann die Magnetresonanzspektroskopie derzeit auch nur in Ausnahmefällen mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Wie die alleinige
Magnetresonanztomografie spielt auch deren Kombination mit der Magnetresonanzspektroskopie als Verfahren zur Früherkennung von
Prostatakrebs bislang nur eine untergeordnete Rolle und ist als individuelle Gesundheitsleistung (
IGeL) vom Patienten aus eigener Tasche zu bezahlen.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Prostatakrebs Vorsorgeuntersuchung