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Operative Brustrekonstruktion - Brustwiederaufbau

Operative Brustrekonstruktion - Methoden


Expandar- und Implantateinlage
Gelegentlich ist es notwendig, Fremdmaterialien (Implantate oder Expander) zu verwenden, um die zufrieden stellende Form und Größe einer Brust wieder herzustellen. Dabei versteht man unter Expandern in der Regel Fremdmaterial, das nur über einen bestimmten Zeitraum eingesetzt wird und zur Vordehnung von Haut und Weichteilen dient. Meist können Expander schrittweise z.B. über ein Ventil gefüllt werden, bis sich genügend Haut gebildet hat, um das endgültige Implantat ausreichend zu überdecken. Ein Expander besteht in der Regel aus einem Silikonbeutel, der nach und nach mit Kochsalzlösung gefüllt wird, endgültige Implantate aus Silikon-Gel, aber auch mit Kochsalzlsöung oder Hydrogel gefüllte Implantate sind erhältlich.

Rekonstruktion der Brustwarzen (Mamillen)
Ob Brustwiederaufbau mit Prothese oder mit Eigengewebe: in einem letzten Schritt werden Brustwarze und Warzenhof geformt. Damit sie an der richtigen Stelle sitzen, muss man mit dem Eingriff warten, bis die neu konstruierte Brust ihre endgültige Form angenommen hat. Dies ist etwa drei Monate nach der Brustrekonstruktion der Fall. Der Chirurg entnimmt für die neue Brustwarze Teile der Brustwarze der Gegenseite, Haut vom Oberschenkel oder Ohrläppchen oder er formt eine kleine Erhebung aus der wiederaufgebauten Brust. Der Warzenhof wird nur tätowiert oder aber mit einem Stückchen Haut aus der Leistengegend oder der äußeren Schamlippe gebildet – die Hautfarbe ist dort etwas dunkler.


Parenchymplastiken
Kleinere Tumoren können bei entsprechender Größe der Brust recht einfach entfernt werden. Bei der Zusammenfügung des Brustdrüsengewebes (Parenchym) wird dann darauf geachtet, dass keine Einziehungen („Dellen“) entstehen. Dieses Vorgehen wird als Parenchymplastik bezeichnet.

Verschiebeplastiken
Bei der Verschiebeplastik wird ein Tumor mit der darüberliegenden Haut entfernt. Durch Verschiebung des restlichen, gesunden Haut- und Drüsengewebes wird die entstandene Lücke geschlossen und die Brust neu geformt. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für Tumoren in der unteren Hälfte der Brust.

Reduktionsmastopexien
Auch relativ große Tumoren können bei großen Brüsten vollständig entfernt werden und dennoch brusterhaltend operiert werden. Das Ergebnis ist hierbei eine Brustverkleinerung. Die gesunde Seite muss anschließend in ihrer Größe angepasst werden.

Myocutane Lappenplastiken
Es besteht weiter die Möglichkeit, dass Defekte, die nicht mit dem restlichen Brustgewebe überdeckt werden können, mit Muskelanteilen und Hautgewebe aus dem Bereich des Rückens gedeckt werden. In der Regel wird dann der große Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi) verwendet. Der Muskel am Rücken wird teilweise oder ganz mitsamt der darüber liegenden Haut abgelöst, aber nicht vollständig abgetrennt. Er bleibt mit dem versorgenden Blutgefäß aus der Achselhöhle verbunden. Der Chirurg schafft einen Tunnel unter der Haut der Achselhöhle und zieht den Muskel-Haut-Lappen nach vorne durch. Das Rückengewebe, das nun die neue Brust bildet, wird über den verbleibenden „Gefäßstiel“, der Blutgefäße und Nerven enthält, weiter durchblutet und versorgt. Gegebenenfalls wird zusätzlich ein Implantat eingegliedert.

Thorakoepgiastrische Lappenplastiken
Hierbei wird das Gewebe für die Defektdeckung aus dem Unterbauch gewonnen. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die Brust vollständig durch körpereigenes Gewebe ersetzt werden kann. Allerdings ist die hiermit verbundene Operation eine große Belastung für die Patientin, die Bauchdecke bleibt dauerhaft geschwächt, der Nabel muss in die operierte Bauchdecke neu eingepflanzt werden. Beim Abtrennen des Muskels zusammen mit Unterhautfettgewebe und Haut bleibt ein „Stiel“ erhalten, durch den die Blutgefäße verlaufen, die das Gewebe durchbluten. Der abgelöste Lappen wird durch einen Tunnel unter der Haut in Richtung Brust verlagert. Die Blutgefäße aus dem „Stiel“ sorgen für die Durchblutung, bis die Ersatzbrust vollständig angewachsen und verheilt ist. Der Gewebeverlust in der Bauchwand kann durch ein stabilisierendes Kunststoffnetz ausgeglichen werden.

Verwendete Quellen:

Prof. Dr. med. Prof. h.c. Christof Sohn
Dr. med.
Florian Schütz


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